Der deutsche Schauspieler Udo Kier, der durch Filme wie „Mein eigener Idaho“, „Flesh for Frankenstein“ und „Blood for Dracula“ internationale Bekanntheit erlangte, ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Er starb am Morgen des 23. November in einem Krankenhaus im kalifornischen Palm Springs, wie seine Angehörigen bestätigten, berichtet 4thebike.de.
Während seiner mehr als fünf Jahrzehnte umfassenden Karriere wirkte Kier in über 200 Filmproduktionen mit und entwickelte sich zu einer unverwechselbaren Kultfigur sowohl im europäischen als auch im amerikanischen Kino. Entscheidenden Einfluss auf seinen frühen internationalen Durchbruch hatte seine Zusammenarbeit mit Andy Warhol, insbesondere durch die Hauptrollen in „Flesh for Frankenstein“ und „Blood for Dracula“, in denen er düstere Charaktere mit Ironie und groteskem Ausdrucksstil verband.
In den folgenden Jahren arbeitete Kier intensiv in Europa und wirkte unter anderem in Projekten von Rainer Werner Fassbinder mit. Weltweite Aufmerksamkeit erhielt er später erneut, als er in Gus Van Sants Film „Mein eigener Idaho“ an der Seite von River Phoenix und Keanu Reeves auftrat, was seine Position im US-amerikanischen Kino weiter festigte.
Eine besondere Stellung in seiner Filmografie nimmt seine langjährige Zusammenarbeit mit Lars von Trier ein. Udo Kier spielte in mehreren bedeutenden Werken des Regisseurs, darunter „Epidemic“, „Europa“, „Breaking the Waves“, „Dancer in the Dark“, „Dogville“, „Melancholia“ und „Nymphomaniac: Volume II“. Parallel dazu war er in einer Reihe von Hollywood-Produktionen zu sehen, darunter „Ace Ventura: Pet Detective“, „Armageddon“, „Blade“ sowie in provokanten Projekten von Madonna, wie dem Buch „Sex“ und den Musikvideos „Erotica“ und „Deeper and Deeper“.
Auch in der Welt der Videospiele hinterließ Kier einen bleibenden Eindruck. Gamer kennen ihn vor allem als Darsteller des sowjetischen Telepathen Juri in der Strategiespielreihe Command & Conquer: Red Alert 2 sowie der Erweiterung Yuri’s Revenge. Sein letztes geplantes Projekt war der Horror-Titel „OD“ des Studios Kojima Productions. Kier gehörte zu den zentralen Gesichtern des ersten Teasers der von Hideo Kojima entwickelten Produktion, die auf Cloud-Technologie von Microsoft basiert. Die lange Streikpause in Hollywood und sein unerwarteter Tod verhinderten jedoch eine Rückkehr ans Set.
Hideo Kojima erklärte, er habe bis zuletzt mit Kier in engem Kontakt gestanden und plante dessen Rückkehr zu den Dreharbeiten im Jahr 2026. Kier sei voller Energie und Leidenschaft geblieben und habe für ihn weit mehr als nur einen Schauspieler dargestellt – vielmehr eine „ikonische Persönlichkeit seiner Ära“, deren Verlust nicht ersetzbar sei. Nach dem Tod des Schauspielers dürfte das Team von „OD“ gezwungen sein, nach einem neuen Darsteller zu suchen, doch Kiers Einfluss bleibt ein fester Bestandteil der Geschichte von Film, Gaming und Popkultur.
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