In Europa sinken die Preise für Kokain derzeit auf ein Rekordniveau, was Experten auf den Abschluss des Bürgerkriegs in Kolumbien zurückführen, berichtet 4thebike.de, auf Der Spiegel.
Laut Angaben der Medien stieg nach dem Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der Rebellenorganisation FARC im Jahr 2016 die Fläche der Koka-Plantagen um 73 %. Diese Ausdehnung übertrifft inzwischen die Gesamtfläche Berlins, was die Dimensionen des Problems und die Herausforderungen für die internationale Drogenpolitik verdeutlicht, schreibt MigNews.
Journalisten betonen, dass der Friedensprozess zur Aufhebung der Kontrolle in zuvor von FARC-Rebellen gehaltenen Gebieten führte, die das illegale Kokaanbau regulierten. Nach der Entwaffnung kehrten Bauern und Drogenkartelle auf diese Flächen zurück, was die Kokaproduktion deutlich ansteigen ließ. Gleichzeitig blieb die weltweite Nachfrage nach Drogen stabil, sodass das erhöhte Angebot zwangsläufig zu fallenden Marktpreisen führte. In den EU-Ländern, die große Mengen kolumbianischen Kokains erhalten, beobachten Händler seit einigen Jahren sinkende Preise, ein Trend, der sich weiter verstärkt.
Besonders auffällig ist der Preisrückgang in Deutschland. In Frankfurt kostet ein Gramm Kokain aktuell 30–50 Euro, während es vor einigen Jahren noch stabil bei rund 100 Euro lag. Experten warnen vor den Folgen dieser Preisentwicklung, da günstigere Drogen für Jugendliche leichter zugänglich werden, was zu mehr Abhängigkeiten und steigender Kriminalität führen kann. Einige Fachleute sprechen bereits von einer „weißen Flut“, um die Ausbreitung von Kokain und die eingeschränkten Kontrollmöglichkeiten der Strafverfolgungsbehörden zu verdeutlichen.
Fachleute unterstreichen, dass der Preisverfall von Kokain kein lokales Problem einzelner Städte ist, sondern einen gesamt-europäischen Trend darstellt, der die Sicherheitslage in mehreren Ländern beeinflussen kann. Europäische Regierungen intensivieren daher die Zusammenarbeit mit Kolumbien und anderen lateinamerikanischen Staaten, erkennen jedoch an, dass kurzfristige Eingriffe in den Drogenmarkt kaum möglich sind.
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