Die lang erwartete Netflix-Doku-Serie “Sean Combs: The Reckoning”, die Ende September 2024 angekündigt wurde, ist nun verfügbar. Die vierteilige Chronik über das Leben des Rap-Moguls Sean „Diddy“ Combs zeigt neben seinem musikalischen Erfolg auch die dunklen Seiten seines Lebens, von einer turbulenten Kindheit bis hin zu Kontroversen in seiner Karriere, berichtet 4thebike.de. Die Serie beleuchtet unter anderem Combs’ Verurteilung wegen Anklagen im Zusammenhang mit Prostitution am 1. Juli, die zu einer Gefängnisstrafe von 50 Monaten in New Jersey führten.
Die Doku, unter der Regie von Alexandria Stapleton und mit Curtis „50 Cent“ Jackson als ausführendem Produzenten, gewährt umfassende Einblicke, darunter Material, das Combs selbst in der Woche vor seiner Festnahme am 16. September 2024 in Auftrag gegeben hatte. Gezeigt werden Vorbereitungen für eine mögliche Social-Media-Kampagne, Verbindungen zu den Todesfällen von Biggie Smalls und Tupac Shakur sowie Auseinandersetzungen um seine musikalischen Fähigkeiten.
In der Serie wird unter anderem Combs’ Plan für eine „Propaganda“-Kampagne vor seiner Festnahme dokumentiert. Sechs Tage vor der Verhaftung telefonierte er angespannt mit seinem Anwalt Marc Agnifilo über die öffentliche Wahrnehmung in sozialen Medien. Er plante, einen Strategen zu engagieren, der Erfahrung mit „den schmutzigsten Methoden der Medien- und Propagandaarbeit“ habe.
Die Serie beleuchtet auch Combs’ Kindheit, geprägt durch den gewaltsamen Tod seines Vaters und wilde Partys im Haus seiner Mutter Janice. Sein Jugendfreund Tim Patterson beschreibt die Partys als exzessiv, mit prominenten Gästen und Szenen, die an Filme erinnerten. Gleichzeitig habe Janice Combs körperlich diszipliniert, was laut Patterson Angst hervorrief. Auch Combs selbst soll in seinen frühen Zwanzigern gewalttätig gegenüber seiner Mutter geworden sein, insbesondere nach der Tragödie eines Basketball-Spiels, bei dem neun Menschen starben.
Die Dokumentation thematisiert auch Combs’ Gewalttaten gegenüber Partnerinnen, darunter Stylistin Misa Hylton, sowie sexuelle Einschüchterung am Arbeitsplatz. Ein weiteres zentrales Thema ist die Rolle Combs’ im Zusammenhang mit dem Mord an seinem Kollegen Christopher Wallace, besser bekannt als Biggie Smalls, im März 1997. Co-Gründer von Bad Boy Entertainment Kirk Burrowes widerspricht Combs’ Darstellung, dass Wallace eine Friedens-Tour in Los Angeles wollte, und behauptet, Combs habe dessen Tod durch seine Entscheidungen begünstigt.
Clayton Howard, ehemaliger Sexarbeiter, der behauptet, acht Jahre lang mit Combs und dessen damaliger Partnerin Cassie Ventura gearbeitet zu haben, berichtet in der Doku über die legendären „Freak-Offs“ und Drogenpartys. Besonders auffällig sei die jährliche Feier am 9. März, dem Tag von Biggies Ermordung, bei der Howard gezwungen wurde, an sexuellen Handlungen teilzunehmen.
Rodney „Lil Rod“ Jones, ein Musikproduzent, der an Combs’ Album The Love Album: Off the Grid mitarbeitete, beschreibt, dass er nur 29.000 US-Dollar für seine Arbeit erhielt und Combs ihn sexualisierte, einschließlich des Zeigens von Pornografie. Jones verklagt Combs wegen sexuellen Missbrauchs.
Capricorn Clark, Combs’ langjährige Assistentin, erzählt in der Serie von einem Vorfall, bei dem sie angeblich entführt wurde, um den neuen Freund von Cassie, den Rapper Kid Cudi, zu bedrohen. Auch das Verhalten von Combs’ PR-Team während des Prozesses wird dokumentiert, das aktiv mit Bloggern, YouTubern und TikTokern zusammenarbeitete, um die öffentliche Wahrnehmung zu steuern.
Zuvor schrieben wir über welche Trends 2026 angesagt sind: Prognose von Pinterest
