Wie die Redaktion von 4thebike.de berichtet, ist Rosa von Praunheim, renommierter Regisseur, Autor und Aktivist der Schwulenbewegung, im Alter von 83 Jahren verstorben, kurz nach seiner Hochzeit mit Oliver Sechting am 12. Dezember 2025. Die Nachricht löste sowohl in der Filmwelt als auch innerhalb der LGBTQ+-Gemeinschaft in Deutschland eine Welle der Trauer aus, da von Praunheim als eine der prägenden Persönlichkeiten der Bewegung galt, mit einem nachhaltigen Einfluss auf Kino und Gesellschaft.
Rosa von Praunheim, geboren als Holger Radtke, heiratete seinen langjährigen Lebenspartner Oliver Sechting in Berlin-Schmargendorf in Anwesenheit enger Freunde und Weggefährten. Die Feierlichkeiten, die nur wenige Tage vor seinem Tod stattfanden, waren ein bedeutsamer Moment für den Filmemacher. Auf Instagram teilte von Praunheim ein Foto der verschränkten Hände mit Ringen und türkisfarbenen Fröschen, um seine Liebe öffentlich zu feiern. Das Paar war seit 2008 zusammen, und der Heiratsantrag erfolgte bereits im September 2025.
Sein Lebenswerk war geprägt von Engagement für die Rechte homosexueller Menschen. In den 1970er Jahren erregte er mit dem Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ große Aufmerksamkeit. Der Film stellte gesellschaftliche Vorurteile in Frage und brachte das Thema Homosexualität erstmals auf eine breitere öffentliche Bühne. Weitere Werke, wie der Kultfilm „Die Bettwurst“ von 1971, dokumentierten die gesellschaftlichen Normen, die das Leben homosexueller Menschen beeinflussten, und trugen dazu bei, das Bewusstsein in der Gesellschaft zu verändern.
Von Praunheim war nicht nur Regisseur, sondern auch Autor und Aktivist. Mit mehr als 150 Kurz- und Langfilmen prägte er die deutsche Filmgeschichte entscheidend. Seine Werke gelten als wesentlicher Bestandteil der Film- und Kulturgeschichte und spiegeln sein Engagement für die Gleichberechtigung und Sichtbarkeit der LGBTQ+-Gemeinschaft wider.
Sein Tod hinterlässt eine bedeutende Lücke im deutschen Kino und in der Schwulenbewegung. Rosa von Praunheim wird sowohl für sein filmisches Schaffen als auch für seinen unermüdlichen Einsatz für die Rechte homosexueller Menschen in Erinnerung bleiben. Die Hochzeit mit Oliver Sechting unterstrich noch einmal, dass Liebe und Engagement zeitlos sind, und sein Einfluss auf Kultur und Gesellschaft bleibt über seinen Tod hinaus spürbar.
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