Startseite AllgemeinAstronomie: Erste präzise Masse eines einsamen Exoplaneten dank Mikrolinsenmessung

Astronomie: Erste präzise Masse eines einsamen Exoplaneten dank Mikrolinsenmessung

Forscher bestimmen erstmals genau Masse und Entfernung eines einsamen Exoplaneten. Entdeckung bestätigt Himmelskörper als Planeten, nicht Stern.

von Mike Schwarz
Forscher bestimmen erstmals genau Masse und Entfernung eines einsamen Exoplaneten. Entdeckung bestätigt Himmelskörper als Planeten, nicht Stern.

Einem internationalen Forscherteam ist es erstmals gelungen, die Masse und Entfernung eines einsamen Exoplaneten präzise zu bestimmen und damit eindeutig nachzuweisen, dass es sich bei dem Himmelskörper nicht um einen Stern handelt, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf die Universität Peking, wo Forschungsleiter Dong Subo tätig ist. Ermöglicht wurde dies durch die Beobachtung eines Mikrolinsenereignisses, das sowohl von bodengebundenen Observatorien als auch von Weltraumteleskopen registriert wurde. Die Auswertung der gesammelten Daten zeigt, dass der Himmelskörper etwa 9800 Lichtjahre entfernt ist und eine Masse in der Größenordnung des Saturn besitzt. Das Team geht davon aus, dass der Planet ursprünglich in einem Sternsystem entstanden ist und später aus diesem herausgeschleudert wurde.

In der Astronomie bezeichnet man als Mikrolinseneffekt einen Spezialfall der Gravitationslinsen, bei dem ein massereiches Vordergrundobjekt das Licht hinterliegender Objekte so stark krümmt, dass es zu einer Aufhellung des Hintergrunds kommt. Anders als bei großen Gravitationslinsen entstehen dabei keine voneinander trennbaren Bilder, sondern lediglich ein Helligkeitsanstieg des hinteren Objekts. Beobachtungen von unterschiedlichen Standorten ermöglichen durch Parallaxmessungen die Bestimmung grundlegender Parameter wie Masse und Entfernung des Vordergrundobjekts.

Einsame Exoplaneten werden seit Beginn des Jahrtausends entdeckt, über viele ihrer Eigenschaften ist jedoch bislang wenig bekannt. Im vorliegenden Fall schließen die Forschenden, dass der Planet in einer protoplanetaren Scheibe entstand und nicht isoliert im interstellaren Raum existierte. Dynamische Prozesse innerhalb des ursprünglichen Systems hätten ihn schließlich hinausgeschleudert, wodurch er nun allein durch die Milchstraße zieht. Der Planet besitzt eine Masse von genau 0,219 Jupitermassen. Das Team sieht in der simultanen Beobachtung solcher Mikrolinsenereignisse ein vielversprechendes Verfahren zur Untersuchung weiterer einsamer Planeten. Die Ergebnisse wurden in einem Fachartikel im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht.

Zuvor schrieben wir über Flughafen Hamburg verzeichnet stabile Passagierzahlen in 2025.

Das könnte dir auch gefallen