Die Hälfte der Bevölkerung des Inselstaates Tuvalu plant, nach Australien auszuwandern, da der steigende Meeresspiegel zunehmend das Leben auf dem Atoll bedroht, berichtet 4thebike.de. Tuvalu, ein kleiner Inselstaat im Südpazifik mit etwa 11.000 Einwohnern, verfügt über keinen vollen Status bei den Vereinten Nationen und tritt dort lediglich als Beobachter auf, hat aber diplomatische Beziehungen zu mehr als 25 Staaten aufgebaut. Die Insel bewirbt sich touristisch mit „einer Welt für sich“ ohne Menschenmassen, Ampeln oder Warteschlangen sowie mit „atemberaubenden Landschaften“, „herzlicher Gastfreundschaft“ und „kristallklarem Wasser“.
Tuvalu gehört zu den Inselstaaten, die in den letzten Jahren zunehmend internationale Aufmerksamkeit erhalten haben, nicht zuletzt wegen des wachsenden Einflusses Chinas in der Pazifikregion. China hat mehrere Abkommen über die Nutzung von Rohstoffen auf dem Meeresgrund mit Inselstaaten abgeschlossen, während Deutschland sein Engagement für die pazifischen Inseln in den vergangenen Jahren ebenfalls verstärkt hat. Diese Staaten verfügen über große ausschließliche Wirtschaftszonen, in denen sie exklusive Nutzungsrechte besitzen.
Die formelle Anerkennung Tuvalus durch Deutschland und die Aufnahme diplomatischer Beziehungen würden über ein offizielles Schreiben des Bundespräsidenten sowie den Austausch sogenannter Verbalnoten erfolgen, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes mit. Eine deutsche Botschaft auf Tuvalu ist nicht geplant; die Vertretung soll über die deutsche Botschaft in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington zuständig sein.
Die Migration vieler Bewohner nach Australien wird durch die steigenden Wasserstände und die Bedrohung der Lebensgrundlagen auf dem Atoll beschleunigt. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Tuvalu besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels ist, insbesondere für Überflutungen und Landverlust. Internationale Organisationen und lokale Behörden suchen derzeit nach Lösungen, um die Bevölkerung langfristig zu schützen und die Infrastruktur anzupassen.
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