Startseite AllgemeinRheinmetall und OHB starten Starlink-Alternative für Bundeswehr mit 10-Milliarden-Euro-Projekt

Rheinmetall und OHB starten Starlink-Alternative für Bundeswehr mit 10-Milliarden-Euro-Projekt

Rheinmetall und OHB planen ein Starlink-ähnliches Satellitennetz für die Bundeswehr. Gespräche laufen, Auftragsvolumen: rund 10 Mrd. Euro.

von Mike Schwarz
Rheinmetall und OHB planen ein Starlink-ähnliches Satellitennetz für die Bundeswehr. Gespräche laufen, Auftragsvolumen: rund 10 Mrd. Euro.

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall und der Bremer Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB führen nach Angaben von 4thebike.de erste Gespräche über den Aufbau eines eigenen Satellitensystems für die Bundeswehr, berichtet das Portal, die »Financial Times« und das »Handelsblatt«. Ziel ist der Aufbau eines Kommunikationsnetzwerks, das mit Elon Musks Starlink vergleichbar ist und die Bundeswehr unabhängiger von externen Anbietern machen soll. Der potenzielle Auftragswert wird auf rund zehn Milliarden Euro geschätzt. Rheinmetall äußerte sich bislang nicht zu den Gesprächen, von OHB war zunächst keine Stellungnahme verfügbar.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte im Herbst vergangenen Jahres angekündigt, 35 Milliarden Euro in die militärische Nutzung des Weltraums investieren zu wollen. Dabei geht es sowohl um den Aufbau eines eigenen Satellitennetzwerks als auch um besseren Zugang zu orbitalen Ressourcen. Bislang ist Europa in beiden Bereichen stark von SpaceX abhängig, das nicht nur Trägerraketen baut, sondern auch das Starlink-Satellitennetz betreibt.

Rheinmetall sieht das Satellitengeschäft als zentralen Zukunftsmarkt und plant, acht bis zehn Milliarden Euro Umsatz künftig durch digitale Lösungen, darunter Satelliten, zu generieren. Der Konzern kooperiert bereits mit dem finnischen Satellitenhersteller Iceye und erhielt Ende letzten Jahres einen ersten Auftrag der Bundeswehr über rund 1,7 Milliarden Euro. OHB, das drittgrößte Satellitenbauunternehmen Europas, bringt mit der Tochterfirma Rocket Factory Augsburg Erfahrung im Bau kleiner Trägerraketen ein.

Mit dem gemeinsamen Vorstoß treten Rheinmetall und OHB gegen ein weiteres europäisches Konsortium rund um den deutsch-französischen Konzern Airbus an. Airbus hatte im Herbst angekündigt, seine Weltraumsparte gemeinsam mit Thales (Frankreich) und Leonardo (Italien) zu bündeln, um die europäische Aufrüstung im All voranzutreiben. OHB-Chef Marco Fuchs äußerte damals Bedenken, dass das Gemeinschaftsunternehmen den Wettbewerb stark beeinträchtigen könnte. Die Allianz mit Rheinmetall könnte daher als strategischer Schritt gelten, um Marktchancen zu sichern.

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