Startseite AllgemeinWacker Chemie erleidet 800-Millionen-Euro-Verlust 2025: Burghausen und Nünchritz betroffen

Wacker Chemie erleidet 800-Millionen-Euro-Verlust 2025: Burghausen und Nünchritz betroffen

Wacker Chemie erleidet 2025 Rekordverlust von 800 Mio. € durch schwache Nachfrage, Wertberichtigungen und hohe Kosten, Standorte Burghausen und Nünchritz betroffen.

von Mike Schwarz
Wacker Chemie erleidet 2025 Rekordverlust von 800 Mio. € durch schwache Nachfrage, Wertberichtigungen und hohe Kosten, Standorte Burghausen und Nünchritz betroffen.

Der Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie hat im Geschäftsjahr 2025 einen Rekordverlust von 800 Millionen Euro verzeichnet, verursacht durch schwache Nachfrage, ungünstige Wechselkurse und hohe Kosten des Sparprogramms, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf die BR24 Redaktion. Die Umsätze gingen im Vergleich zum Vorjahr moderat um vier Prozent auf knapp 5,5 Milliarden Euro zurück, während Wertberichtigungen und operative Belastungen den Verlust deutlich verstärkten.

Wacker, ein weltweit führender Hersteller von Polysilizium für die Chipindustrie, betreibt sein größtes Werk in Burghausen, Oberbayern, mit rund 8.000 Mitarbeitern. Ein weiteres bedeutendes Werk befindet sich in Nünchritz, Sachsen, mit etwa 1.500 Beschäftigten. Im Jahr 2024 hatte das Unternehmen noch einen Nettogewinn von knapp 261 Millionen Euro erzielt. Die chemische Industrie in Deutschland befindet sich derzeit flächendeckend in einer Krise, bedingt durch gesunkene Weltmarktpreise, hohe Energiepreise und Wettbewerbsnachteile. Nach Angaben des Unternehmens verbraucht Wacker etwa ein Prozent des gesamten Stroms in Deutschland.

Von dem Gesamtverlust von 800 Millionen Euro entfielen rund 600 Millionen Euro auf Wertberichtigungen. Allein die Beteiligung am Waferhersteller Siltronic verlor mehr als 300 Millionen Euro an Wert. Zusätzlich belastete das 2025 initiierte Kostensenkungsprogramm das Ergebnis mit einer Rückstellung von 100 Millionen Euro. Laut vorläufigen Zahlen hätte das Unternehmen selbst ohne diese Abschreibungen einen erheblichen Verlust ausgewiesen.

Das Sparprogramm, das Wacker im Oktober gestartet hat, soll jährlich Einsparungen von 300 Millionen Euro ermöglichen. Bis Ende 2027 sollen weltweit über 1.500 Arbeitsplätze abgebaut werden, überwiegend in Deutschland.

Vorstandsvorsitzender Christian Hartel betonte die besonderen Belastungen der Branche: „2025 ist die chemische Industrie insbesondere in Deutschland und Europa massiv unter Druck geraten. Wir müssen darauf reagieren.“ Erste Maßnahmen des Kostensenkungsprogramms seien bereits umgesetzt, während Hartel die Politik aufforderte, Energiepreise zu senken und bürokratische Hürden zu reduzieren.

Die Branche insgesamt sieht derzeit keine Entspannung. Laut dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) lag die Auslastung der Anlagen in Deutschland bei historischen 70 Prozent, weit unter der rentablen Schwelle. Als Belastungsfaktoren nennt der Verband hohe Produktionskosten, regulatorische Unsicherheit, langwierige Genehmigungsverfahren sowie Überkapazitäten in China und US-Zölle.

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