Vor rund einem Jahr wurde bei einer Inspektion der Werft Blohm+Voss im Hamburger Hafen gefährliches Material im Antrieb der Korvette „Emden“ gefunden, das erhebliche Schäden hätte verursachen können, berichtet 4thebike.de auf Tagesschau. Experten hatten von Anfang an keinen Zufall vermutet, nachdem mehrere Kilogramm Strahlkies in das Motorinnere gelangt waren.
Am Dienstag wurden nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Hamburg zwei Tatverdächtige festgenommen: ein 37-jähriger Rumäne und ein 54-jähriger Grieche, die zuvor auf dem Werftgelände gearbeitet haben sollen. Die Haftbefehle wurden sowohl in Hamburg als auch in einem griechischen Dorf vollstreckt. Die Wohnungen der Männer in Hamburg, Griechenland und Rumänien wurden durchsucht. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Den Ermittlungen zufolge sollen die Verdächtigen im Jahr 2025 auf mehreren Korvetten für die Bundeswehr Sabotagehandlungen begangen haben. Neben dem Einbringen von mehr als 20 Kilogramm Strahlkies sollen sie Frischwasserleitungen durchstochen, Tankdeckel von Treibstofftanks entfernt und Sicherungsschalter der Schiffselektronik deaktiviert haben. Die Staatsanwaltschaft bewertet diese Handlungen als potenziell gefährlich für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und die planmäßige Einsatzbereitschaft der Schiffe.
Weitere Hintergründe, darunter mögliche Auftraggeber der Tat, wurden bisher nicht veröffentlicht. Die gesicherten Beweismittel werden derzeit ausgewertet. Im vergangenen Jahr hatten Ermittler bereits mehrere mutmaßliche Sabotageakte bei der Marine in Norddeutschland dokumentiert. Bei anderen Vorfällen, wie dem Durchtrennen von Kabelbäumen oder der Verunreinigung von Trinkwasser auf Schiffen, wurden die Verfahren eingestellt.
Die Korvette „Emden“ wurde im Mai 2023 getauft und ist für die Überwachung der Seeräume vorgesehen. Diese Aufgabe hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen, da die NATO einen Anstieg hybrider Angriffe, insbesondere durch Russland, registriert. Westliche Sicherheitskreise führen eine Vielzahl solcher Vorfälle auf russische Akteure zurück, auch wenn Gerichte dies bislang nur in Einzelfällen bestätigt haben. Moskau bestreitet jede Einmischung wiederholt.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundeskriminalamt (BKA) warnen vor sogenannten „Low-Level-Agenten“, die häufig über soziale Netzwerke angeworben und für Sabotageakte bezahlt werden. Schon kleinere Handlungen werden mit mehreren Hundert Euro honoriert, während Angriffe auf schwere militärische Ausrüstung in NATO-Staaten Zehntausende Euro einbringen können.
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