Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy (64) hat ihre Teilnahme an der Berlinale 2026 aus politischen Gründen abgesagt, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf tagesspiegel. Roy begründete ihren Rückzug mit den Aussagen von Mitgliedern der Berlinale-Jury, die sich weigerten, sich zum aktuellen Gaza-Konflikt zu äußern. Sie bezeichnete diese Haltung in einer Stellungnahme über ihren Verlag als „unerhört“ und erklärte, dass dies eine Diskussion über ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit blockiere, während es in Echtzeit vor den Augen der Welt geschehe.
Bereits am Eröffnungstag der Berlinale wurde die Jury von einem Journalisten zu ihrer Haltung zum Nahostkonflikt befragt. Dabei kritisierte er, dass das Festival Solidarität mit Menschen im Iran und in der Ukraine gezeigt habe, jedoch nicht mit palästinensischen Menschen. Zudem verwies er darauf, dass die deutsche Regierung nach seiner Ansicht die Situation im Gazastreifen unterstütze und gleichzeitig Hauptgeldgeber der Berlinale sei, wodurch eine selektive Behandlung der Menschenrechte entstehe.
Israel bestreitet, im Gazastreifen Völkermord zu begehen, eine Position, die auch von der Bundesregierung vertreten wird. Parallel läuft am Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag eine von Südafrika angestrengte Klage gegen Israel wegen Völkermordes. Ein Urteilstermin ist bislang nicht bekannt.
Jury-Mitglied Ewa Puszczyńska erklärte, dass solche Fragen komplex seien. Jury-Präsident Wim Wenders betonte, dass Filmschaffende sich aus politischen Debatten heraushalten müssten und als Gegengewicht zur Politik agierten. „Wir müssen die Arbeit der Menschen machen und nicht die Arbeit der Politiker“, sagte Wenders.
In ihrer offiziellen Erklärung äußerte Roy schockiert, dass Kunst nicht politisch sein dürfe. Sie wies darauf hin, dass Künstler, Schriftsteller und Filmemacher in dieser Zeit alles in ihrer Macht Stehende tun sollten, um Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verhindern, anstatt darüber hinwegzusehen.
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