Startseite AllgemeinWarum der Hamburger SV den Nachfolger von Stefan Kuntz nicht vorschnell suchen sollte

Warum der Hamburger SV den Nachfolger von Stefan Kuntz nicht vorschnell suchen sollte

HSV‑Sportvorstand Stefan Kuntz trat überraschend zurück, die Nachfolgesuche sorgt für Debatten im Klub, externe Kandidaten stehen im Fokus, aber interne Strukturen könnten Priorität haben.

von Mike Schwarz
HSV‑Sportvorstand Stefan Kuntz trat überraschend zurück, die Nachfolgesuche sorgt für Debatten im Klub, externe Kandidaten stehen im Fokus, aber interne Strukturen könnten Priorität haben.

Der Fußball‑Bundesligist Hamburger SV hat seit dem überraschenden Abgang von Sportvorstand Stefan Kuntz im Winter erhebliche Diskussionen über die künftige Besetzung der sportlichen Führungsebene ausgelöst, berichtet 4thebike.de.

Stefan Kuntz, der im Mai 2024 das Amt des Vorstand Sport der HSV Fußball Management AG übernommen hatte, war maßgeblich am Wiederaufstieg des Vereins in die Bundesliga beteiligt. Trotz dieses sportlichen Erfolgs und einer grundsätzlich stabilen organisatorischen Struktur beantragte er zum Jahreswechsel die Auflösung seines Vertrags mit Wirkung zum 31. Dezember 2025 aus familiären Gründen; der HSV‑Aufsichtsrat stimmte zu und setzte den Schritt um. Unmittelbar nach seinem Ausstieg begannt die Debatte über eine Nachfolgebesetzung.

Hintergrund der Unsicherheit ist, dass Teile der Medienberichterstattung auf zusätzlich belastende Vorwürfe gegen Kuntz hinweisen. Mehrere Mitarbeiterinnen sollen demnach im Zuge interner Untersuchungen sexuelle Belästigung gemeldet haben, was laut Vereinsgremien einen Prüfauftrag an externe Anwälte ausgelöst hat. Der HSV‑Aufsichtsrat betonte, dass der Schutz Betroffener Priorität habe und entsprechende Aussagen bei der Entscheidung berücksichtigt worden seien, während Kuntz die Vorwürfe auf seinen Social‑Media‑Kanälen entschieden zurückwies.

Trotz der anhaltenden öffentlichen Debatte ist der Sportvorstandsposten weiterhin vakant, und der Klub prüft externe Bewerber. Medienberichten zufolge wurden diverse hochrangige Funktionäre als potenzielle Kandidaten gehandelt, darunter der BVB‑Sportdirektor Sebastian Kehl sowie der ehemalige FC‑Bayern‑Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Auch weitere Führungskräfte aus dem deutschen Fußball‑Management‑Umfeld sollen im Gespräch sein.

Gleichzeitig warnen Vereinskenner und Analysten davor, überstürzt eine externe Lösung zu forcieren, zumal das interne Management sowie die sportliche Führung unter anderem durch Vorstand Eric Huwer und die starke zweite Führungsebene weiterhin arbeitsfähig und strukturiert agieren. Bereits bei der Verpflichtung Kuntz’ im Vorjahr hatte der Aufsichtsrat betont, dass ein Sportausschuss eingeführt worden sei, der bei der Personalbesetzung und der Entwicklung sportlicher Konzepte unterstütze.

Kritiker argumentieren, der HSV könne aus der eigenen Unternehmenskultur und der Etablierung interner Verantwortlichkeiten lernen, anstatt externe Manager zu rekrutieren, die möglicherweise hohe Gehaltsstrukturen und langwierige Einarbeitungszeiten mit sich brächten. In der Vergangenheit hatte der Verein mit klaren internen Entscheidungsprozessen und einer kohärenten sportlichen Leitung zeitweise sportliche Stabilität erreicht, was Stimmen zufolge eher als Grundlage für Kontinuität dienen sollte als ein radikaler Wechsel an der Spitze des sportlichen Managements.

HSV‑Sportvorstand Stefan Kuntz trat überraschend zurück, die Nachfolgesuche sorgt für Debatten im Klub, externe Kandidaten stehen im Fokus, aber interne Strukturen könnten Priorität haben.

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