Startseite AllgemeinAtomrechtliche Prüfung in Niedersachsen: Lingen könnte russische Brennelemente fertigen

Atomrechtliche Prüfung in Niedersachsen: Lingen könnte russische Brennelemente fertigen

Niedersachsen prüft Framatome-Rosatom-Kooperation in Lingen für russische Brennstäbe. Umweltminister Meyer bewertet Sicherheitsrisiken und politische Folgen.

von Mike Schwarz
Niedersachsen prüft Framatome-Rosatom-Kooperation in Lingen für russische Brennstäbe. Umweltminister Meyer bewertet Sicherheitsrisiken und politische Folgen.

Niedersachsens Umweltministerium untersucht, ob Framatome im Werk Lingen Brennstäbe nach russischem Reaktordesign herstellen darf, berichtet 4thebike.de auf NDR. Dabei liegt bislang keine Genehmigung des Bundes für das umstrittene Nuklearprojekt vor.

Aktuell läuft beim Umweltministerium ein atomrechtliches Prüfverfahren mit Advanced Nuclear Fuels (ANF), einer Tochtergesellschaft von Framatome, wie ein Sprecher dem NDR Niedersachsen erklärte. Umweltminister Christian Meyer (Grüne) bezeichnet einen Einstieg Russlands in die Brennelementeproduktion in Lingen als politisch problematisch, betont jedoch: „Wir prüfen nach Recht und Gesetz im Auftrag des Bundes“ und werden alle Hinweise berücksichtigen, um potenzielle Sicherheitsrisiken zu bewerten. Meyer äußerte sich grundsätzlich kritisch gegenüber einer Kooperation von Framatome mit dem russischen Nuklearkonzern Rosatom und befürwortet, dass eine Fertigung ohne russische Beteiligung möglich ist.

Das Nachrichtenportal Politico berichtete, dass der Bund das Projekt unter atomrechtlichen Auflagen genehmigen wolle. Das Bundesumweltministerium bestätigte dies nicht und erklärte, man äußere sich nicht weiter. Gleichzeitig muss das Land Niedersachsen die Produktion in Lingen autorisieren. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums teilte mit, dass dem Umweltministerium in Hannover ein Entwurf für die Stellungnahme im Rahmen der Bundesaufsicht übermittelt wurde. Geplant ist, dass neben den bestehenden Brennelementen auch sechseckige Elemente nach russischem Design gefertigt werden.

Gegner der Atomkraft warnen vor Einflussnahme aus Russland. Am Montag fand vor dem ANF-Werk in Lingen eine spontane Mahnwache statt. Die Anti-Atomkraft-Aktivisten der Bündnisse AgiEL (Atomkraftgegner*innen im Emsland) und SOFA (Sofortiger Atomausstieg Münster) äußerten Bedenken hinsichtlich der inneren und äußeren Sicherheit. Das Bündnis .ausgestrahlt weist nicht nur auf Risiken für Deutschland, sondern auch für die gesamte EU hin, falls Rosatom Zugang zur Fertigung in Lingen erhalten sollte.

Zuvor schrieben wir warum der Hamburger SV den Nachfolger von Stefan Kuntz nicht vorschnell suchen sollte

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