Startseite AllgemeinJohn Deere 8R 540 mit 634 PS und 2.695 Nm: Technische Daten, Marktstart 2027 in Europa

John Deere 8R 540 mit 634 PS und 2.695 Nm: Technische Daten, Marktstart 2027 in Europa

John Deere erweitert die 8R/8RX-Serie: Drei neue Modelle mit bis zu 634 PS, 2.695 Nm Drehmoment und Marktstart in Europa ab Frühjahr 2027.

von Mike Schwarz
John Deere erweitert die 8R/8RX-Serie: Drei neue Modelle mit bis zu 634 PS, 2.695 Nm Drehmoment und Marktstart in Europa ab Frühjahr 2027.

John Deere hat seine 8R/8RX-Baureihe um drei leistungsstarke Großtraktoren erweitert und konkrete technische Daten veröffentlicht, berichtet 4thebike.de mit Bezug auf die profi.de. Die neuen Modelle verfügen über Nennleistungen von 440, 490 und 540 PS, wobei die maximale Leistung bei 484, 539 und 594 PS liegt. Durch das „Intelligent Power Management“ (IPM) stellt der Hersteller bei Zapfwellenarbeiten oder beim Einsatz elektrisch beziehungsweise hydraulisch angetriebener Geräte zusätzlich 40 PS bereit. Damit erreicht das Spitzenmodell 8R/8RX 540 eine Maximalleistung von bis zu 634 PS sowie ein maximales Drehmoment von 2.695 Nm.

Alle drei Varianten sind mit dem JD14-Sechszylindermotor mit 13,6 Litern Hubraum ausgestattet. Um längere Einsatzzeiten ohne Tankstopp zu ermöglichen, wurde das Kraftstoffvolumen erhöht: Die Radversionen der großen 8R-Modelle verfügen über einen Dieseltank mit 936 Litern, während die 8RX-Ausführungen mit Raupenlaufwerken ein Fassungsvermögen von 1.123 Litern bieten.

John Deere 8R 540 mit 634 PS und 2.695 Nm: Technische Daten, Marktstart 2027 in Europa

Serienmäßig sind sämtliche neuen 8R- und 8RX-Modelle mit dem stufenlosen eAutoPowr-Getriebe ausgerüstet. Das System ersetzt die klassischen hydrostatischen Komponenten durch eine Kombination aus Elektromotoren und Generatoren. Zusätzlich wurde eine lastabhängig gefederte HeavyDuty-Einzelradaufhängung an der Vorderachse integriert. Diese Konstruktion soll einen Wendekreis von rund 14 Metern ermöglichen und sorgt in Verbindung mit der Fahrwerksstabilisierung für sicheres Handling bei Transportgeschwindigkeiten von wahlweise 40, 50 oder 60 km/h.

Der Radstand der neuen 8R beträgt 3,35 Meter. Zur optimalen Kraftübertragung können die Maschinen mit Vorderreifen bis zu 1,85 Metern Höhe, etwa in der Dimension VF710/60 R 38, sowie Hinterreifen bis zu 2,30 Metern Höhe, beispielsweise VF900/65 R 46, ausgerüstet werden. Neben Einzel- sind auch Doppelradkonfigurationen verfügbar, einschließlich Doppelvorderreifen mit bis zu 710 Millimetern Breite. Optional steht das Einleitungs-Reifendruckregelsystem CTIS von John Deere zur Verfügung.

Das durchschnittliche Leergewicht der neuen Modelle liegt laut Hersteller bei knapp 17 Tonnen. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt bis zu 20 Tonnen bei 60 km/h. Bei Transportgeschwindigkeiten von 40 oder 50 km/h sind laut John Deere bis zu 24 Tonnen möglich, sofern entsprechende Einzelabnahmen oder -zulassungen erfolgen. Neben den Radversionen werden die Modelle auch als 8RX-Varianten mit neu konstruierten Raupenlaufwerken angeboten. Die Laufbänder stammen von Soucy und werden mit reduzierter Bandspannung betrieben, um den Verschleiß zu minimieren. Eine RT-Version mit zwei Raupenlaufwerken ist für die neuen leistungsstarken Modelle nicht mehr vorgesehen.

Am Heck stehen drei Zapfwellendrehzahlen zur Verfügung: 1.000, 1.000E und 1.300 U/min. Die maximale Zapfwellenleistung beträgt bis zu 548 PS, auch im Standbetrieb. Optional sind zwei neue Fronthubwerksvarianten erhältlich. Zudem kann eine Frontzapfwelle integriert werden, die bis zu 177 PS überträgt. Die Hydraulikleistung wurde gegenüber kleineren Baureihen deutlich gesteigert: Optional liefern die großen 8R/8RX-Modelle bis zu 418 Liter Öl pro Minute an die Steuergeräte.

Neu ist auch eine optionale Motorbremse mit einer Bremsleistung von bis zu 300 kW. Sie wird automatisch aktiviert, wenn die tatsächliche Geschwindigkeit die voreingestellte Fahrgeschwindigkeit überschreitet. Damit soll insbesondere bei Transportfahrten mit hoher Gesamtmasse zusätzliche Sicherheit gewährleistet werden.

Im Innenraum führt eine siebenstufige Einstiegstreppe in die CommandView 4-Kabine. Die Bedienarmlehne wurde neu gestaltet, und anstelle separater Tasten für Infotainment, Klimasteuerung und Telefonfunktionen ist ein zusätzliches Display integriert. Darüber lassen sich unter anderem Sitz und Armlehne elektrisch und unabhängig voneinander einstellen. Zwei Joystick-Optionen stehen zur Wahl: „CommandX Plus“ für grundlegende Bedienfunktionen sowie „CommandX Pro“ für erweiterte Steuerungsanforderungen. Beide Varianten bieten eine erweiterte Konfigurierbarkeit, neue Funktionen für Telefon- und Infotainmentsteuerung, Navigation über das G5Plus-Display sowie zusätzliche Precision-Ag-Anwendungen.

Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen zählen ein 330-Grad-Frontscheibenwischer, ein zusätzlicher Scheibenwischer an der rechten Tür, ein Startknopf mit PIN-Code-Schutz sowie eine SoftClose-Funktion für die Tür. In der CommandView 4 Plus-Kabine der 8RX-Modelle stehen laut Hersteller 15 Prozent mehr Beinfreiheit sowie ein um 20 Prozent erweitertes Panorama-Sichtfeld zur Verfügung. Eine werkseitige Rückfahreinrichtung ist jedoch auch bei den großen 8R-Modellen nicht erhältlich. Serienmäßig ist ein StarFire 7500-Empfänger integriert. Darüber hinaus sind alle bekannten Precision-Farming-Funktionen lizenzabhängig nutzbar, und die Maschinen sind für die spätere Nachrüstung von Autonomie-Komponenten vorbereitet.

John Deere 8R 540 mit 634 PS und 2.695 Nm: Technische Daten, Marktstart 2027 in Europa

Bestellungen für die neuen 8R-Modelle sind ab März möglich. Die ersten Auslieferungen in Europa sind für das Frühjahr 2027 angekündigt.

Ein Blick zurück zeigt, dass bereits der 8000er von John Deere im Jahr 1995 im Schleppertest für seine Leistungswerte in Motor, Hubwerk und Hydraulik sowie für Komfort und Bedienkonzept hervorgehoben wurde. Damals galt eine Maximalleistung von bis zu 280 PS als Maßstab in der Klasse der Standardschlepper. Mit den nun vorgestellten Modellen erreicht die Baureihe eine deutlich höhere Leistungsdimension.

Zuvor schrieben wir Atomrechtliche Prüfung in Niedersachsen: Lingen könnte russische Brennelemente fertigen

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