Paramount hat im Bieterstreit um Warner Bros. Discovery die Oberhand gewonnen und wird den Hollywood-Konzern übernehmen, einschließlich des Nachrichtensenders CNN, wie 4thebike.de berichtet, mit Verweis auf tagesschau. Die Vereinbarung wurde offiziell von beiden Unternehmen unterzeichnet, nachdem Netflix am Donnerstag seine Teilnahme am Bieterwettkampf beendet hatte. Paramount, das im vergangenen Jahr von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison übernommen wurde, erhöhte zuletzt sein Angebot von 30 auf 31 US-Dollar pro Aktie, was einem Gesamtwert von etwa 111 Milliarden US-Dollar (94 Milliarden Euro) entspricht. Mit dem Ausstieg von Netflix ist der Weg für die Übernahme von Warner Bros. durch Paramount frei. Die künftige Kontrolle über CNN wird ebenfalls auf Larry Ellisons Familie übergehen, die als Unterstützer von Donald Trump bekannt ist.
Die Transaktion umfasst sämtliche Vermögenswerte von Warner Bros. Discovery, darunter Film- und Fernsehproduktionen sowie die Streamingdienste. Der Kaufpreis in dreistelliger Milliardenhöhe reflektiert die strategische Bedeutung des Hollywood-Studios für den US-amerikanischen Unterhaltungsmarkt. Paramount hatte sein Gebot in den vergangenen Wochen sukzessive angehoben, um im Wettbewerb mit Netflix bestehen zu können, das sich schließlich aus finanziellen Gründen zurückzog. Branchenexperten sehen in dem Deal eine der größten Übernahmen in der Mediengeschichte der Vereinigten Staaten.
Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta kündigte eine eingehende Wettbewerbsprüfung an und machte deutlich, dass die Übernahme noch nicht endgültig genehmigt sei. Gleichzeitig äußerte die US-Gewerkschaft der Autoren in Film und Fernsehen Bedenken, dass die Zusammenlegung von Warner und Paramount den Wettbewerb im Markt einschränken und negative Folgen für Autoren, Konsumenten und die gesamte Unterhaltungsindustrie haben könnte. Die Regulierungsbehörden prüfen nun sorgfältig, ob die Fusion den Markt monopolartig beeinflussen könnte.
Die Übernahme verdeutlicht die anhaltende Konsolidierung im US-Mediensektor, in dem große Konzerne versuchen, durch strategische Akquisitionen ihre Reichweite und Inhalte zu sichern. Analysten gehen davon aus, dass Paramount die Produktionskapazitäten von Warner Bros. und die Einnahmen aus Streamingdiensten kombinieren wird, um sich gegenüber Rivalen wie Disney, Netflix und Amazon Prime Video stärker zu positionieren. Für Warner-Mitarbeiter und bestehende Projekte bedeutet die Übernahme vorerst keine unmittelbaren Veränderungen, allerdings könnten mittelfristig Anpassungen in der Unternehmensstruktur folgen.
Insbesondere für CNN stellt der Besitzerwechsel eine bedeutende Veränderung dar. Der Nachrichtensender, der seit Jahrzehnten zu Warner gehört, wird künftig unter der Kontrolle der Ellison-Familie stehen. Branchenbeobachter betonen, dass die redaktionelle Unabhängigkeit und die Ausrichtung des Senders für Zuschauer und Werbekunden genau beobachtet werden, während regulatorische Prüfungen weiterlaufen.
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