Der Iran-Krieg hat die Rohölpreise auf ein Rekordniveau seit dem Sommer 2022 getrieben, während die internationalen Märkte auf die zunehmende Eskalation reagieren, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf Welt. Seit Beginn der Kämpfe zwischen Israel, den USA und dem Iran stieg der Preis für ein Fass Brent-Rohöl zeitweise um 29 Prozent auf knapp 120 US-Dollar und lag am Morgen noch über 115 US-Dollar. Der US-Rohölstandard WTI verteuerte sich zeitgleich auf rund 113 US-Dollar pro Fass, was einem Anstieg von etwa 70 Prozent seit Beginn des Konflikts entspricht.
Die Ölpreise reagieren stark auf die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Brent, als Referenz für den Großteil des global gehandelten Öls, erreichte den höchsten Stand seit dem Sommer 2022. Vor Beginn der militärischen Auseinandersetzungen lag Brent noch bei etwa 90 US-Dollar pro Fass für Mai-Lieferungen, während WTI zu diesem Zeitpunkt rund 75 US-Dollar kostete. Auch die Preise für Benzin und andere Kraftstoffe stiegen bereits deutlich an, belastet durch die Unterbrechungen im Handel über die Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels fließen.
Parallel zu den Ölpreisen stiegen auch die Gaspreise in Europa stark an. An der Börse in Amsterdam kletterte der TTF-Erdgas-Future für die Lieferung im kommenden Monat zeitweise um rund 30 Prozent auf 69,50 Euro je Megawattstunde. Im weiteren Verlauf des Handels sank der Kurs leicht auf 61,80 Euro, blieb aber immer noch etwa 16 Prozent über dem Niveau vom Freitag. Der aktuelle Anstieg entspricht einer Verdopplung der Gaspreise innerhalb von wenigen Tagen seit den Angriffen auf den Iran und markiert den stärksten Zuwachs seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor vier Jahren.
Die Aktienmärkte reagieren sensibel auf diese Entwicklungen. Der deutsche Leitindex Dax fiel nach Börsenöffnung um rund 600 Punkte, konnte sich jedoch kurzzeitig wieder über die Marke von 23.000 Punkten bewegen, bevor er am Vormittag etwa zwei Prozent im Minus notierte. In Ostasien verzeichneten die Börsen größere Verluste: In Tokio fiel der Nikkei-225 zeitweise um rund sieben Prozent, während der südkoreanische KOSPI um bis zu acht Prozent sank. Diese Märkte sind besonders anfällig, da ihre Volkswirtschaften stark vom Ölimport abhängig sind.
US-Präsident Donald Trump versuchte unterdessen, die hohen Preise für Öl und Gas relativ zu relativieren und den Fokus auf die langfristige geopolitische Lage zu lenken. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, die derzeitigen Ölpreise seien „ein sehr geringer Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt“ und betonte in Großbuchstaben, dass „nur Idioten das anders sehen würden“.
Unterdessen warnte Katars Energieminister Saad al-Kaabi in einem Interview mit der Financial Times vor möglichen schwerwiegenden Konsequenzen der Kämpfe im Nahen Osten. Sollte die Produktion der Golfstaaten eingestellt werden, könnte der Ölpreis laut Minister auf bis zu 150 US-Dollar pro Fass steigen. Vor diesem Hintergrund beraten die Finanzminister der G7-Staaten sowie IEA-Direktor Fatih Birol derzeit über eine mögliche Freigabe strategischer Ölreserven, um den rasanten Preisanstieg abzufedern. Das Telefonat ist für 8:30 Uhr New Yorker Zeit (14:30 Uhr MEZ) angesetzt, bereits drei G7-Staaten, darunter die USA, haben ihre Unterstützung signalisiert.
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