Startseite AllgemeinUS-Druck auf Kuba eskaliert: Stromausfall, Benzinmangel und mögliche Machtwechsel

US-Druck auf Kuba eskaliert: Stromausfall, Benzinmangel und mögliche Machtwechsel

Nach einem landesweiten Blackout in Kuba eskaliert die Krise unter Díaz-Canel. Trump droht mit Intervention, Rubio verhandelt über mögliche Machtwechsel.

von Mike Schwarz
Nach einem landesweiten Blackout in Kuba eskaliert die Krise unter Díaz-Canel. Trump droht mit Intervention, Rubio verhandelt über mögliche Machtwechsel.

Die gegenwärtige politische Offensive von US-Präsident Donald Trump (79) richtet sich nun offenbar auch gegen Kuba. Nach monatelanger Ölblockade brach das gesamte Stromnetz des karibischen Landes in einem landesweiten Blackout zusammen, während Trump im Oval Office erklärte: „Ich glaube, ich werde die Ehre haben, Kuba zu übernehmen!“, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf Вild. Stunden später wurden erste Details über die Strategie des Weißen Hauses bekannt: Präsident Miguel Díaz-Canel (65), der seit 2018 regiert, soll aus dem Amt gedrängt werden, wobei das repressiv-kommunistische System, das Kuba seit 65 Jahren prägt, zunächst erhalten bleiben soll. Beobachter gehen davon aus, dass Washington eher diplomatischen und wirtschaftlichen Druck als militärische Maßnahmen einsetzen wird, um einen Machtwechsel in Havanna herbeizuführen.

Die Lage in dem elf Millionen Einwohner zählenden Karibikstaat hat sich durch die US-Blockade dramatisch verschärft. Nach dem Sturz des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro (63) Anfang des Jahres durch Washington blieben sämtliche Öllieferungen aus, was zu massiven Engpässen bei Treibstoff und Lebensmitteln führte. Der Liter Benzin kostet aktuell neun US-Dollar, Stromausfälle lähmen das öffentliche Leben, und Krankenhäuser melden kritische Engpässe bei Medikamenten. Kubaner improvisieren unterdessen: Viele nutzen Motorräder oder Holzöfen, um Licht und Wärme zu erzeugen, während einige Bürger aus den Trümmern der Nationalen Designschule Materialien sammeln, um sie zu verkaufen.

Präsident Díaz-Canel macht die USA für die Krise verantwortlich: „Die Auswirkungen der Blockade sind enorm!“, betonte er. Dennoch wächst die Wut der Bevölkerung; jüngst kam es in Morón nach Protesten zu Ausschreitungen, bei denen Bürger Möbel vor der Zentrale der Kommunistischen Partei in Brand setzten.

Schlüsselrolle in Trumps Außenpolitik spielt Außenminister Marco Rubio (54), dessen Eltern aus Kuba nach Florida ausgewandert waren. Trump übertrug ihm im Oval Office das Wort und machte deutlich, dass eine neue Führung in Havanna notwendig sei. Politikwissenschaftler wie Jim Melcher sehen derzeit kein militärisches Eingreifen wie bei der Schweinebucht-Invasion unter John F. Kennedy; er geht von Verhandlungen und diplomatischen Schritten aus.

Der Einfluss des Castro-Clans bleibt präsent. Fidel Castro (†90) hatte 1959 die Macht übernommen und fast fünf Jahrzehnte regiert, gefolgt von seinem Bruder Raúl Castro (94), der weiterhin als Strippenzieher gilt. Jüngst nahm dessen Enkel Raúl Guillermo Rodríguez Castro (41), Spitzname „Die Krabbe“, an Krisensitzungen der kubanischen Regierung teil. Laut Berichten von „Axios“ soll er mit Marco Rubio geheime Gespräche über die Zukunft der Insel geführt haben, was Spekulationen über ein mögliches Comeback des Castro-Clans an der Macht befeuert.

Zuvor schrieben wir über Cem Özdemir steigt auf Platz zwei: Grüne gewinnen knapp in Baden-Württemberg

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