Donau-Niedrigwasser bedroht die Stromversorgung in mehreren Ländern Südosteuropas. Rumänien versucht deshalb, mehr Flusswasser zum Atomkraftwerk Cernavodă umzuleiten, berichtet 4thebike.de. Grundlage sind Berichte der Tagesschau und von Reuters.
Kontrollierte Sprengung soll Wasser zum AKW Cernavodă leiten
Bei Izvoarele sprengten rumänische Einsatzkräfte einen Felsen auf dem Grund eines Donauarms. Die Trümmer sollen anschließend an anderer Stelle versenkt werden.
Dadurch soll eine provisorische Barriere entstehen. Sie könnte mehr Wasser in Richtung des Atomkraftwerks Cernavodă lenken. Ob die Maßnahme ausreicht, bleibt offen.
Das Kraftwerk benötigt Donauwasser zur Kühlung. Einer der beiden Reaktoren wurde bereits heruntergefahren. Der zweite Reaktor arbeitet unter zunehmendem Druck durch den sinkenden Pegel.
Die Sprengung soll zugleich die Schifffahrt erleichtern. Verteidigungsminister Radu Miruță bezeichnete den Einsatz als technisch erfolgreich. Ein vollständiger Stillstand des Kraftwerks bleibt dennoch möglich.
Stromsparen in Rumänien, Ungarn und Serbien
Die rumänische Regierung rief Haushalte und Unternehmen zum geringeren Stromverbrauch auf. Auch große Industriebetriebe reagierten.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:
- zeitweise Produktionsstopps bei Dacia und Ford;
- geringerer Stromverbrauch großer Unternehmen;
- zusätzliche Stromimporte;
- Vorbereitung auf weitere Kraftwerksabschaltungen.
Dacia und Ford stoppten ihre Produktion vorübergehend. Dadurch sollte das Stromnetz um rund 200 Megawatt entlastet werden.
Auch Ungarn steht vor einer kritischen Lage. Das Atomkraftwerk Paks liefert normalerweise fast die Hälfte des ungarischen Stroms. Wegen des niedrigen Donaupegels lief die Anlage zuletzt nur mit stark reduzierter Leistung.

Niedrige Donaupegel belasten die Energieversorgung
Die Folgen unterscheiden sich von Land zu Land:
| Land | Betroffene Anlage | Aktuelle Folge |
|---|---|---|
| Rumänien | AKW Cernavodă | 1 Reaktor abgeschaltet |
| Ungarn | AKW Paks | Leistung stark reduziert |
| Serbien | Wasserkraftwerke Đerdap | Produktion auf 20 bis 30 Prozent gesunken |
Serbiens größte Wasserkraftwerke produzieren nur einen Bruchteil ihrer normalen Leistung. Die Regierung fordert deshalb weniger Verbrauch durch energieintensive Geräte.
Das Donau-Niedrigwasser beeinträchtigt außerdem Frachtschiffe, Tourismus und Treibstofflieferungen. Ohne ergiebigen Regen dürfte sich die Lage weiter verschärfen.
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