Startseite AllgemeinDonau-Niedrigwasser: Rumänien sprengt Felsen für die Kühlung des AKW Cernavodă

Donau-Niedrigwasser: Rumänien sprengt Felsen für die Kühlung des AKW Cernavodă

Donau-Niedrigwasser gefährdet das AKW Cernavodă. Rumänien sprengt einen Felsen, während Ungarn und Serbien Strom sparen.

von Mike Schwarz
Donau-Niedrigwasser gefährdet das AKW Cernavodă. Rumänien sprengt einen Felsen, während Ungarn und Serbien Strom sparen.

Donau-Niedrigwasser bedroht die Stromversorgung in mehreren Ländern Südosteuropas. Rumänien versucht deshalb, mehr Flusswasser zum Atomkraftwerk Cernavodă umzuleiten, berichtet 4thebike.de. Grundlage sind Berichte der Tagesschau und von Reuters.

Kontrollierte Sprengung soll Wasser zum AKW Cernavodă leiten

Bei Izvoarele sprengten rumänische Einsatzkräfte einen Felsen auf dem Grund eines Donauarms. Die Trümmer sollen anschließend an anderer Stelle versenkt werden.

Dadurch soll eine provisorische Barriere entstehen. Sie könnte mehr Wasser in Richtung des Atomkraftwerks Cernavodă lenken. Ob die Maßnahme ausreicht, bleibt offen.

Das Kraftwerk benötigt Donauwasser zur Kühlung. Einer der beiden Reaktoren wurde bereits heruntergefahren. Der zweite Reaktor arbeitet unter zunehmendem Druck durch den sinkenden Pegel.

Die Sprengung soll zugleich die Schifffahrt erleichtern. Verteidigungsminister Radu Miruță bezeichnete den Einsatz als technisch erfolgreich. Ein vollständiger Stillstand des Kraftwerks bleibt dennoch möglich.

Stromsparen in Rumänien, Ungarn und Serbien

Die rumänische Regierung rief Haushalte und Unternehmen zum geringeren Stromverbrauch auf. Auch große Industriebetriebe reagierten.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:

  • zeitweise Produktionsstopps bei Dacia und Ford;
  • geringerer Stromverbrauch großer Unternehmen;
  • zusätzliche Stromimporte;
  • Vorbereitung auf weitere Kraftwerksabschaltungen.

Dacia und Ford stoppten ihre Produktion vorübergehend. Dadurch sollte das Stromnetz um rund 200 Megawatt entlastet werden.

Auch Ungarn steht vor einer kritischen Lage. Das Atomkraftwerk Paks liefert normalerweise fast die Hälfte des ungarischen Stroms. Wegen des niedrigen Donaupegels lief die Anlage zuletzt nur mit stark reduzierter Leistung.

Donau-Niedrigwasser: Rumänien sprengt Felsen für die Kühlung des AKW Cernavodă

Niedrige Donaupegel belasten die Energieversorgung

Die Folgen unterscheiden sich von Land zu Land:

LandBetroffene AnlageAktuelle Folge
RumänienAKW Cernavodă1 Reaktor abgeschaltet
UngarnAKW PaksLeistung stark reduziert
SerbienWasserkraftwerke ĐerdapProduktion auf 20 bis 30 Prozent gesunken

Serbiens größte Wasserkraftwerke produzieren nur einen Bruchteil ihrer normalen Leistung. Die Regierung fordert deshalb weniger Verbrauch durch energieintensive Geräte.

Das Donau-Niedrigwasser beeinträchtigt außerdem Frachtschiffe, Tourismus und Treibstofflieferungen. Ohne ergiebigen Regen dürfte sich die Lage weiter verschärfen.

Zuvor schrieben wir über Fahrrad für Anfänger kaufen: Diese City-, Trekking- und Gravelbikes überzeugen 2026

Das könnte dir auch gefallen