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Bitcoin-Kurssturz unter 90.000 Dollar: BlackRock-Abflüsse als Hauptauslöser

Der Bitcoin-Kurs ist von $126.000 auf unter $90.000 gefallen. Massive Kapitalabzüge aus BlackRock-ETFs und makroökonomische Ängste befeuern die Korrektur.

von Mike Schwarz
Der Bitcoin-Kurs ist von $126.000 auf unter $90.000 gefallen. Massive Kapitalabzüge aus BlackRock-ETFs und makroökonomische Ängste befeuern die Korrektur.

ie führende Kryptowährung Bitcoin befindet sich aktuell in einer tiefgreifenden Marktkorrektur, die bei Investoren für erhebliche Besorgnis sorgt. Nachdem der digitale Wertspeicher erst Anfang Oktober 2025 ein beeindruckendes Allzeithoch von $126.000 US-Dollar erreicht hatte, ist der Kurs nun rapide eingebrochen und hat die wichtige psychologische Schwelle von $90.000 US-Dollar unterschritten. Dieser heftige Einbruch markiert einen Wertverlust von fast 29 Prozent seit seinem Höchststand. Der bemerkenswerte Abwärtsdruck wurde primär durch massive Mittelentnahmen aus institutionellen Anlagevehikeln befeuert, was die Fragilität der jüngst etablierten Finanzmarktstrukturen unterstreicht. In der vergangenen Woche allein verzeichnete Bitcoin einen Wertverlust von 12 Prozent. Als prägnantestes Signal des Verkaufsdrucks registrierte der iShares Bitcoin Trust ETF des Vermögensverwalters BlackRock am Dienstag den größten Tagesabfluss seit seiner Auflage im Januar 2024, konkret in Höhe von $523 Millionen US-Dollar, berichtet 4thebike.de.

Nach Einschätzung von Marktanalysten ist die gegenwärtige Talfahrt des Bitcoin-Kurses auf ein komplexes Zusammenwirken verschiedener Einflussfaktoren zurückzuführen. Krypto-Experte Timo Emden charakterisiert die Marktlage gegenüber tagesschau.de als einen „Cocktail aus makroökonomischer Unsicherheit, institutionellen Kapitalentnahmen und klassischer Gewinnrealisierung“. Diese Gemengelage führt dazu, dass sich Anleger im sogenannten „Risk-off-Modus“ befinden, in dem sie Kapital von risikoreicheren Anlagen abziehen und in stabilere Assets umschichten. Besonders alarmierend sind die Abflussdaten aus den US-amerikanischen Bitcoin-ETFs (Exchange Traded Funds), die im November 2025 bereits kumulierte Abflüsse von etwa 3 Milliarden US-Dollar verzeichneten. Diese Summe entspricht dem Gegenwert von rund 32.000 Bitcoin, die aus dem institutionellen Markt liquidiert wurden. Bei anhaltender negativer Handelsdynamik könnte dieser Betrag den bisherigen Negativrekord von $3,56 Milliarden US-Dollar aus dem Februar übersteigen, wie die Zeit berichtet. Diese massive Liquidierung fällt ausgerechnet in den November, der in der Historie der Kryptowährung traditionell als statistisch stärkster Monat für Kursgewinne gilt.

Der iShares Bitcoin Trust ETF von BlackRock, einem der weltweit größten Akteure im Finanzmanagement, spielte mit seinem Rekordabfluss eine zentrale Rolle bei der Beschleunigung der Korrektur. Die ETF-Struktur ermöglicht es traditionellen Großanlegern, in Bitcoin zu investieren, ohne die Kryptowährung direkt halten zu müssen. Die plötzliche Liquidierung durch institutionelle Akteure erklärt sich durch mehrere Motive: Einerseits realisieren Investoren, die nahe dem Allzeithoch von $126.000 US-Dollar gekauft haben, nun ihre Gewinne. Andererseits veranlassen makroökonomische Befürchtungen, wie beispielsweise anhaltende Inflation oder die Erwartung steigender Leitzinsen durch Zentralbanken, die Umschichtung von Kapital in sichere Häfen (Safe-Haven-Assets) wie Staatsanleihen oder den US-Dollar. Berichte zeigen, dass in vergleichbaren „Risk-off-Phasen“ in der Vergangenheit durchschnittlich 38 % des Kapitals aus Kryptowährungen abgezogen wurden. Die Abflüsse aus den ETFs spiegeln somit die globale Marktstimmung wider, in der Bitcoin trotz seiner dezentralen Natur zunehmend als korreliertes Risiko-Asset wahrgenommen wird. Der schnelle und signifikante Preisverfall löst zusätzlich psychologische Panikwellen aus, die durch automatisierte „Stop-Loss“-Kaskaden verstärkt werden. Das Unterschreiten psychologisch wichtiger runder Marken wie $90.000 US-Dollar dient dabei als starkes negatives Signal, das weitere Verkäufe auslösen kann und die Widerstandsfähigkeit der Anleger auf die Probe stellt.

Zuvor schrieben wir über XRP-Kursprognose: Warum Analysten einen Anstieg von 21 Prozent erwarten.

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