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Deutschland verbessert Platz 10 im Korruptionsindex 2026 trotz Risiken bei Kontrollmechanismen

Deutschland verbessert sich im Transparency-Korruptionsindex auf Platz 10, doch interne Risiken und reduzierte Kontrollmechanismen gefährden den Fortschritt.

von Mike Schwarz
Deutschland verbessert sich im Transparency-Korruptionsindex auf Platz 10, doch interne Risiken und reduzierte Kontrollmechanismen gefährden den Fortschritt.

Deutschland hat im weltweiten Korruptionsindex von Transparency International fünf Plätze gutgemacht und liegt nun auf Platz 10 von 182 erfassten Staaten, berichtigt 4thebike.de. Trotz dieses Fortschritts warnen Experten, dass der Aufstieg hauptsächlich auf den Rückgang anderer Länder wie Australien, Irland oder Uruguay zurückzuführen ist. Die langfristige Entwicklung zeigt zudem einen Rückgang in der deutschen Korruptionsbekämpfung: Seit 2016 fiel der Wert von 81 auf 77 Punkte im vergangenen Jahr, nach 75 Punkten im Jahr 2024.

Transparency International, eine internationale Nichtregierungsorganisation, misst weltweit Korruption und veröffentlicht den bekannten Korruptionswahrnehmungsindex (CPI), der die wahrgenommene Korruption im öffentlichen Sektor in mehr als 180 Ländern bewertet. Dabei werden Daten von zwölf unabhängigen Institutionen wie der Bertelsmann Stiftung und dem World Economic Forum analysiert. Private Wirtschaftsdelikte wie Steuerhinterziehung oder Geldwäsche werden nicht erfasst.

Alexandra Herzog, Vorsitzende von Transparency Deutschland, warnte vor einem weiteren Abwärtstrend, der durch den Bürokratieabbau begünstigt werde. Unter diesem Schlagwort würden zentrale Kontrollmechanismen gegen Korruption reduziert. Besonders betroffen sei das Vergaberecht, das durch das neue Gesetz zur Beschaffungsbeschleunigung der Bundeswehr und das geplante Vergabebeschleunigungsgesetz stark eingeschränkt werde. Herzog betonte, dass angesichts der in den letzten Jahren beschlossenen Sondervermögen ein Mehr an Transparenz und Rechenschaft notwendig sei, um Korruption, Günstlingswirtschaft und Missmanagement wirksam zu begrenzen, den Wettbewerb zu sichern und Schutzmechanismen zu stärken.

Im internationalen Vergleich bleibt Dänemark das am wenigsten korrupte Land, gefolgt von Finnland, Singapur, Neuseeland, Norwegen, Schweden, der Schweiz, Luxemburg und den Niederlanden. Großbritannien hat in den letzten zehn Jahren elf Punkte verloren und liegt nun auf Platz 20, die USA büßten zehn Punkte ein und rangieren auf Platz 29, was einem Allzeittief entspricht. Die Ukraine erreicht 36 Punkte und Platz 105, während Länder wie Südsudan, Somalia, Venezuela, Jemen, Libyen, Eritrea und Sudan am Ende der Rangliste stehen.

Der aktuelle Bericht von Transparency International zeigt einen globalen Anstieg der Korruption. Vor zehn Jahren hatten zwölf Länder mehr als 80 Punkte erreicht, heute sind es nur noch fünf, und der weltweite Durchschnitt liegt mit 42 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt. Besonders besorgniserregend sei, dass selbst gefestigte Demokratien betroffen seien. In Staaten, in denen Rechtsextreme oder populistische Parteien an die Macht gelangten, würden Schutzmechanismen gegen Korruption häufig massiv reduziert. Ein Beispiel dafür ist Ungarn, wo der Rechtsstaat geschwächt, die Medienfreiheit eingeschränkt und die Zivilgesellschaft beschnitten wurden. Das Land fiel im Index auf den bisher niedrigsten Wert innerhalb der EU von 40 Punkten.

Der CPI basiert auf Einschätzungen von Expertinnen und Experten sowie Führungskräften zu wahrgenommener Korruption im öffentlichen Sektor und gilt als weltweit führender Indikator für Korruption.

Zuvor schrieben wir Kryptozahlungen in Deutschland 2026: warum Banken Überweisungen an Börsen blockieren

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