Startseite CryptoSPD-Sozialexperte Lauterbach plant Deckelung von Akademiker-Renten zur Fairnesssteigerung

SPD-Sozialexperte Lauterbach plant Deckelung von Akademiker-Renten zur Fairnesssteigerung

Karl Lauterbach fordert Rentendeckel für Gutverdiener, um Geringverdiener zu stärken. Debatte über Fairness, Beitragsjahre und Reformen in Deutschland.

von Mike Schwarz
Karl Lauterbach fordert Rentendeckel für Gutverdiener, um Geringverdiener zu stärken. Debatte über Fairness, Beitragsjahre und Reformen in Deutschland.

SPD-Sozialexperte Karl Lauterbach hat nach der deutlichen Wahlniederlage seiner Partei in Rheinland-Pfalz erneut einen Vorschlag zur Rentenpolitik ins Gespräch gebracht. Lauterbach sprach sich in der ARD-Sendung Caren Miosga, Rentenzahlungen für Gutverdiener künftig zu deckeln, um finanziellen Spielraum für höhere Renten für Geringverdiener zu schaffen, berichtet 4thebike.de auf Spiegel.

Der frühere Gesundheitsminister begründet seinen Vorstoß mit der statistisch höheren Lebenserwartung von Personen mit hohem Einkommen. „Menschen mit höherem Einkommen beziehen im Schnitt viel länger Rente als Ärmere“, erklärte Lauterbach. „Deshalb sollten wir die Rentenwerte bei diesen Gruppen etwas abregeln. So können wir einerseits die Rentenzahlungen langfristig sichern und andererseits die Renten für die Geringverdiener verbessern.“

Laut Lauterbach sei das aktuelle System in Deutschland strukturell ungerecht: Die langen Renten von Gutverdienern würden im Wesentlichen durch die relativ kurzen Renten von Menschen mit geringerem Einkommen subventioniert. „Jeden Monat fließt Geld von den Ärmeren zu den Einkommensstärkeren“, so der SPD-Politiker. Er verdeutlichte dies an Beispielen: Akademiker zahlen oft nur rund 35 Jahre ein und beziehen danach 20 Jahre Rente, während Personen, die mit 16 Jahren arbeiten, fast 50 Jahre einzahlen und nur sieben Jahre Rente erhalten, da ihre Lebenserwartung niedriger ist.

Die Niederlage der SPD in Rheinland-Pfalz, bei der die Partei rund zehn Prozentpunkte verlor und das Amt des Ministerpräsidenten abgeben musste, hat im Bund die Diskussion über eine stärkere Profilierung der Partei in der Rentenreform angestoßen. Lauterbach gehört zu den ersten Politikern, die die Initiative ergreifen, um die Debatte aktiv zu gestalten.

Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) äußerte sich zu Lauterbachs Vorschlag zurückhaltend. Er verwies auf die für Juli erwarteten Ergebnisse der Rentenkommission und betonte, dass Fairness entscheidend sei. Zugleich forderte er insgesamt mehr Flexibilität und eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit. „Wir müssen eine Politik gestalten, die Vertrauen zurückgewinnt“, sagte Frei. „In Richtung SPD sitzen wir alle im gleichen Boot und müssen gemeinsam rudern.“

Bereits zuvor hatte der Wirtschaftsberater Jens Südekum vorgeschlagen, den Renteneintritt an die tatsächlich geleisteten Beitragsjahre zu koppeln. Diese Regelung könnte vor allem Akademiker betreffen, die wegen längerer Studienzeiten später in den Arbeitsmarkt eintreten. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bezeichnete eine solche Koppelung als „durchaus erwägenswert“.

Zuvor schrieben wir über Iran 10 Millionen Rial Banknote 2026: Wo kaufen und wie viel ist sie wert?

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