Startseite DeutschlandWirtschaftsweise Grimm kritisiert Rentenpaket der Bundesregierung scharf

Wirtschaftsweise Grimm kritisiert Rentenpaket der Bundesregierung scharf

Veronika Grimm warnt vor sozial ungerechter Rentenpolitik und hohen Kosten für Staat und junge Generation, kritisiert das aktuelle Rentenpaket.

von Mike Schwarz
Veronika Grimm warnt vor sozial ungerechter Rentenpolitik und hohen Kosten für Staat und junge Generation, kritisiert das aktuelle Rentenpaket.

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat in einem Interview deutliche Kritik an der aktuellen Rentenpolitik der schwarz-roten Koalition geäußert, berichtet 4thebike.de, mit Bezug auf die Тagesschau. Grimm bezeichnete die Politik der Bundesregierung als Belastung für die breite Bevölkerung und warnte, dass sie das Land an den Abgrund führen könne. Besonders kritisierte sie die Beschlüsse, das Rentenniveau bis 2031 festzuschreiben und die Mütterrente auszuweiten. „Das Rentenpaket sendet ein fatales Signal. Bereits jetzt fließen 33 Prozent des Haushalts als Bundeszuschuss in die gesetzliche Rentenversicherung, und dieser Anteil würde auch ohne das Paket steigen – mit dem Paket steigt er jedoch noch stärker und beschränkt die Handlungsspielräume des Staates“, sagte Grimm.

Grimm äußerte zudem Besorgnis über die steigenden Beiträge zur Rentenversicherung und die damit verbundenen höheren Arbeitskosten, die die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und die Wachstumschancen des Landes beeinträchtigen könnten. Sie warnte vor einer möglichen Abwanderung von Unternehmen und hochqualifizierten Fachkräften ins Ausland, was insbesondere Normalverdiener und junge Spezialisten betreffen würde. Gleichzeitig betonte Grimm die Notwendigkeit tiefgreifender Reformen, die für die jetzige Koalition jedoch deutlich herausfordernder seien als für frühere Regierungen. „Im Vergleich zu heute hatte es Kanzler Gerhard Schröder zu Zeiten der Agenda 2010 leichter“, erklärte sie.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Nicklas Kappe sprach sich für eine Unterscheidung zwischen verschiedenen Berufsgruppen bei der Rentenberechnung aus. Er sagte: „Ich fange jetzt nicht mit dem sprichwörtlichen Dachdecker an – aber wir müssen prüfen, welche Berufsgruppen aus welchen Gründen länger arbeiten können als andere.“ Auch andere Politiker diskutieren über die Möglichkeit, den Renteneintritt stärker an die Zahl der Beitragsjahre statt ans Alter zu koppeln. Arbeitsministerin Bärbel Bas zeigte sich offen für diesen Vorschlag, ebenso SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf und CSU-Chef Markus Söder. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände lehnt den Vorstoß ab.

Der Bundestag hatte vergangene Woche das Rentenpaket verabschiedet, das laut Kritikern zu höheren Kosten zulasten der jungen Generation führen wird. Arbeitsministerin Bas plant nun die Einrichtung einer Rentenkommission, die bis Mitte 2026 konkrete Reformvorschläge entwickeln soll. In dieser Kommission sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Politikerinnen und Politiker vertreten sein, ausdrücklich auch Angehörige der jüngeren Generation.

Zuvor schrieben wir Babyfreude bei den Grünen: Anton Hofreiter erneut Vater geworden.

Das könnte dir auch gefallen