Die 250 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe in Hanau-Großauheim wurde am Donnerstagmittag gegen kurz nach 12 Uhr erfolgreich gesprengt. Rund 4.500 Menschen mussten zuvor im Umkreis von etwa 1.000 Metern ihre Wohnungen verlassen, Schulen und Kitas blieben geschlossen, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf hessenschau.de.
Der Evakuierungsbereich um die Lise-Meitner-Straße wurde von der Polizei geräumt, zahlreiche Straßen gesperrt. Bis zur Sprengung sicherte der Kampfmittelräumdienst den Fundort ab und überwachte die Bombe, die nach Angaben der Stadt Hanau eine deutsche 250-Kilo-Brandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist und Phosphor enthält. Dadurch war die Sprengung zwingend erforderlich. Für die betroffenen Anwohner standen Notunterkünfte und Betreuungsstellen bereit.
Die Evakuierung begann bereits um 7 Uhr, die Stadt richtete dafür zusätzliche Buslinien ein. Gleichzeitig kam es zu Einschränkungen im Nahverkehr. Die Bundesstraße 43a zwischen Hanauer Kreuz und der Anschlussstelle Steinheim war ab 9.30 Uhr gesperrt. Der Schiffsverkehr auf dem Main ruhte ebenfalls, die Bahnhöfe in Großauheim und Klein-Auheim wurden geschlossen, der Bahnverkehr in der gesamten Evakuierungszone stand ab 11 Uhr still. Eine vollständige Liste der betroffenen Straßen und Einschränkungen veröffentlichte die Stadt Hanau auf ihrer Internetseite.
Mehrere Bildungseinrichtungen blieben geschlossen, darunter die August-Gaul-Schule, die Lindenauschule, die Mädchenrealschule St. Josef sowie die Kindertagesstätten Kinderburg Großauheim, Montessori und St. Josef in Klein-Auheim. Auch der Wochenmarkt in Großauheim entfiel, und der Wertstoffhof in der Benzstraße war geschlossen.
Die Bombe war am Dienstag entdeckt worden. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) erklärte: „Eine solche Bombe gab es in Hanau noch nicht.“ Warum sich der Blindgänger an diesem Ort befindet, ist bislang unklar. Hanau war während des Zweiten Weltkriegs großflächig durch alliierte Luftangriffe zerstört worden.
In der Vergangenheit wurden in Hanau wiederholt Weltkriegsbomben gefunden und entschärft. Im Juni war ein 50-Kilo-Sprengkörper amerikanischer Bauart in einem Industriegebiet im Stadtteil Wolfgang entdeckt worden. Anfang des Jahres musste bereits eine 250-Kilo-Bombe nahe des Hauptbahnhofs entschärft werden, wodurch rund 3.000 Menschen im Umkreis von 500 Metern evakuiert wurden. Damals waren Bahn- und Straßenverkehr vorübergehend unterbrochen.
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