Startseite DeutschlandADAC steht nach Unterstützung für höhere Spritpreise vor Massenrücktritten

ADAC steht nach Unterstützung für höhere Spritpreise vor Massenrücktritten

ADAC-Mitglieder reagieren mit massenhaften Kündigungen, nachdem der Verkehrspräsident höhere Spritpreise zur Erreichung der Klimaziele unterstützt hat, was einen öffentlichen Aufschrei auslöste.

von Mike Schwarz
ADAC-Mitglieder reagieren mit massenhaften Kündigungen, nachdem der Verkehrspräsident höhere Spritpreise zur Erreichung der Klimaziele unterstützt hat, was einen öffentlichen Aufschrei auslöste.

Frankfurt/Main – Ärger breitet sich unter den Mitgliedern des ADAC aus, nachdem Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand (60) in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ die Erhöhung von Benzin- und Dieselpreisen zur Erreichung der Klimaschutzziele befürwortet hat, berichtet 4thebike.de auf das Originalinterview. In den sozialen Netzwerken teilen Mitglieder inzwischen massenhaft ihre Kündigungsschreiben.

Der ADAC zählt 22 Millionen Mitglieder, die bereits früher Kommunikationsprobleme mit dem Automobilclub erlebt haben. Bereits 2018 hatte der Club in einer Werbekampagne erklärt, kein klassischer Autoclub mehr zu sein und „nicht deutsch“ zu handeln. Nun sorgt Hillebrands jüngte Äußerung erneut für Verärgerung. „Der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen“, erklärte Hillebrand. „Die Menschen benötigen Anreize, um auf klimaschonendere Alternativen zu Diesel- und Benzinfahrzeugen umzusteigen.“

Konkret bedeutet dies, dass der Club offiziell hohe Kraftstoffpreise befürwortet, um den Besitz von Verbrennungsmotoren unerschwinglicher zu machen, während die Mitgliedschaft den Umstieg auf Elektroautos fördern soll. Viele Mitglieder, von denen rund 90 Prozent wie der Bundesdurchschnitt Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor fahren, sehen dies als Affront. In den sozialen Medien werden daher zahlreiche Austritte dokumentiert, mit veröffentlichten Kündigungsschreiben oder abfotografierten Formularen.

Patrick P. schreibt dazu: „Wenn der Automobilclub es gutheißt, dass Autofahren durch höhere CO₂-Steuern teurer wird, habe ich nach so vielen Jahren Mitgliedschaft hier nichts mehr verloren.“ Günter G. ergänzt: „Der ADAC vertritt meine Interessen als Fahrer eines 29 Jahre alten Benziners überhaupt nicht mehr.“

Der ADAC selbst betont, dass die Aussagen Hillebrands missverstanden worden seien. Gleichzeitig warnte der Verkehrspräsident, dass nach dem EU-Plan zur Abschaffung von Verbrennerfahrzeugen auch die Klimaschutzziele möglicherweise gelockert werden könnten: „Davor kann ich nur warnen. Europa muss an ehrgeizigen CO₂-Minderungszielen festhalten, um die Erderwärmung zu begrenzen.“

Zuvor schrieben wir über Silvesterfeuer zerstört Amsterdamer Vondelkirche vollständig – Anwohner evakuiert.

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