Startseite DeutschlandArbeitslosigkeit 2026: Über drei Millionen Menschen betroffen, Investitionen sollen Entlastung bringen

Arbeitslosigkeit 2026: Über drei Millionen Menschen betroffen, Investitionen sollen Entlastung bringen

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland steigt weiter. Über drei Millionen Menschen sind betroffen, Investitionen sollen neue Jobs schaffen. Prognosen für 2026.

von Mike Schwarz
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland steigt weiter. Über drei Millionen Menschen sind betroffen, Investitionen sollen neue Jobs schaffen. Prognosen für 2026.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland stieg im vergangenen Jahr zeitweise auf über drei Millionen, während die Bundesregierung nun auf Investitionen setzt, um die Wirtschaft anzukurbeln, berichtet 4thebike.de. Im Dezember 2025 waren 2.908.000 Menschen ohne Beschäftigung, etwa 100.000 mehr als im Vorjahr, was die Arbeitslosenquote auf 6,2 Prozent ansteigen ließ, wie offizielle Zahlen der Behörde zeigen. Experten sehen die Ursachen vor allem in strukturellen Veränderungen der Industrie und in der nach wie vor schleppenden Konjunkturentwicklung.

Die Automobilbranche gehört zu den am stärksten betroffenen Sektoren. Mehrere Unternehmen – darunter große Fahrzeughersteller und deren Zulieferer – kündigten im vergangenen Jahr den Abbau von Stellen an. Laut dem Wirtschaftswissenschaftler Christian Merkl von der Universität Erlangen-Nürnberg gingen rund 140.000 Arbeitsplätze in der Industrie verloren. Dabei seien nicht alle Stellenabbauten mit Entlassungen verbunden gewesen. Häufig nutzten Unternehmen die natürliche Fluktuation, indem ältere Arbeitnehmer in den Ruhestand gingen, Altersteilzeitregelungen oder vorzeitige Renteneintritte mit Abfindungen eingesetzt wurden, ohne die Positionen nachzubesetzen.

Bundesagentur-Chefin Andrea Nahles beschrieb den Arbeitsmarkt als „wie ein Brett“, auf dem kein Schwung zu erkennen sei. Merkl vergleicht die Situation mit einer Badewanne, deren Wasserstand durch rund drei Millionen Arbeitslose in den vergangenen Jahren langsam gestiegen sei, während der Abfluss derzeit blockiert sei. Die Folge: Für viele Arbeitslose ist es schwierig, wieder in den Arbeitsmarkt zurückzukehren. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es nach wie vor überwiegend in den Bereichen Erziehung, Pflege und öffentliche Verwaltung, was die Stabilität des Arbeitsmarktes in diesen Segmenten aufrechterhalte.

Die deutsche Wirtschaftspolitik richtet den Fokus zunehmend auf Zukunftsmärkte. Merkl betont, dass die Förderung von Branchen wie der Energieversorgung und Schnittstellen von Industrie und Künstlicher Intelligenz entscheidend sei. Laut Prognosen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werden bis 2030 rund 160.000 Fachkräfte für die Energiewende benötigt. IAB-Forscher Enzo Weber fordert, Arbeitnehmer gezielt weiterzuentwickeln, anstatt sie frühzeitig in Rente zu schicken, um sie für die aufstrebenden Bereiche fit zu machen.

Obwohl Wirtschaftsforschungsinstitute für 2026 ein Wachstum von einem Prozent prognostizieren, erwartet Nahles keinen schnellen Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt. Die Investitionsprogramme der Bundesregierung in Infrastruktur und Verteidigung könnten in der zweiten Jahreshälfte 2026 Arbeitsplätze in Industrie und Bau schaffen, zunächst dürfte jedoch die Zahl der Arbeitslosen zu Beginn des Jahres saisonbedingt erneut die Drei-Millionen-Marke überschreiten.

Zuvor schrieben wir über Bayer-Aktie erreicht 52-Wochen-Hoch: Spekulationen über Glyphosat-Urteil 2026.

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