Startseite DeutschlandElbe bei Geesthacht: Zehn-Meter-Eisberge blockieren Schifffahrt – Eisbrecher „Keiler“ rund um die Uhr im Einsatz

Elbe bei Geesthacht: Zehn-Meter-Eisberge blockieren Schifffahrt – Eisbrecher „Keiler“ rund um die Uhr im Einsatz

Eis-Chaos auf der Elbe bei Geesthacht: Zehn-Meter-Eisbarrieren blockieren Schifffahrt, sechs Eisbrecher im Dauereinsatz gegen Grund- und Oberflächeneis.

von Mike Schwarz
Eis-Chaos auf der Elbe bei Geesthacht: Zehn-Meter-Eisbarrieren blockieren Schifffahrt, sechs Eisbrecher im Dauereinsatz gegen Grund- und Oberflächeneis.

An der Elbe bei Geesthacht, südöstlich von Hamburg, hat sich ein außergewöhnliches Naturereignis ereignet, das den Flussverkehr massiv beeinträchtigt, berichten 4thebike.de auf vv.com.ua. Riesige Eisschollen türmen sich mit enormer Kraft aufeinander und erreichen an manchen Stellen eine Höhe von bis zu zehn Metern. Obwohl in der Region bereits Tauwetter eingesetzt hat, bleibt die Situation angespannt, da das Eis vom Flussgrund bis weit über die Wasseroberfläche reicht. Um die Passierbarkeit der Elbe wiederherzustellen, sind derzeit sechs Eisbrecher rund um die Uhr im Einsatz.

Die extreme Lage entstand durch eine fatale Kombination aus Frost und Niedrigwasser. Andreas Schultz, Leiter der Spezialschiff-Flotte beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA), bezeichnete die Situation als beispiellos. Am vergangenen Wochenende trafen extreme Temperaturen von bis zu minus 10,8 Grad Celsius auf einen stark abgesenkten Wasserstand. Der Elb-Abfluss lag zeitweise bei nur 300 Kubikmetern pro Sekunde, rund 200 Kubikmeter zu wenig, um das Eis auf natürlichem Wege abfließen zu lassen. Diese Bedingungen führten zur Bildung von sogenanntem Grundeis, das vom Flussboden aufstieg und die Oberfläche vollständig blockierte.

Für die Räumung setzt das WSA unter anderem auf den leistungsstarken XXL-Eisbrecher „Keiler“. Das 1100 PS starke Spezialschiff bricht die Eisbarrieren, indem es gezielt auf die Massen auffährt und diese durch sein Eigengewicht zertrümmert. Trotz des Dauereinsatzes rund um die Uhr gestaltet sich das Vorankommen äußerst schwierig, da die Eismassen durch ihre Dichte und Höhe nur langsam zu bewegen sind. Währenddessen hat sich die Elbbrücke in Geesthacht zu einem Anziehungspunkt für Schaulustige entwickelt. Menschenmengen am Ufer sowie Autofahrer, die Fotos der bizarren Eislandschaft aufnehmen, verursachen regelmäßig Verkehrsbehinderungen und Staus auf der Verbindung nach Niedersachsen.

Die Wetterprognosen lassen keine Entspannung erwarten. Für die laufende Woche wird weiterer Frost vorhergesagt, und gegen Ende des Monats könnte Deutschland von einer erneuten Kältewelle mit zweistelligen Minusgraden betroffen sein. Sollte der Wasserabfluss der Elbe nicht deutlich steigen, besteht die Gefahr, dass der Fluss erneut vollständig zufriert, wodurch die bisherigen Räumungserfolge der Eisbrecher zunichtegemacht würden.

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