Der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Müller aus Niedersachsen hat am Wochenende erneut für Diskussionen gesorgt, nachdem er ein Foto eines bettelnden Mannes am Kölner Hauptbahnhof veröffentlichte, das innerhalb kürzester Zeit hohe Wellen schlug, berichtet 4thebike.de auf t-online.de. Müller verteidigte sein Vorgehen und erklärte, dass er „schräge Dinge geradeheraus anspreche“ und dies auch künftig so handhaben werde.
Das umstrittene Bild stammt vom 8. Januar und zeigt einen Mann auf dem Bahnsteig in Köln, der auf einem Pappschild um Essen bittet. Laut Müller trug der Bettler jedoch auffällig teure Kleidung: Adidas-Sneaker und eine Daunenjacke der Marke Moncler, deren Neupreis zwischen 700 und 2.000 Euro liege. Die Ansprache des Mannes sei nach Angaben Müllers in „sehr gebrochenem Deutsch“ erfolgt. In seinem Facebook-Beitrag kommentierte der Politiker: „Auch so sieht Armut in Deutschland aus.“ Dies bezeichnete er als ärgerlich und „ein Schlag ins Gesicht für alle wirklich Bedürftigen“. Müller betonte die Notwendigkeit eines differenzierten Vorgehens auch seitens der Sicherheitskräfte der Deutschen Bahn.
Darüber hinaus präzisierte Müller, dass der Mann Angebote anderer Reisender, ihm etwas zu essen zu kaufen, abgelehnt habe. Er argumentierte, dass es „in diesem Aufzug im Land mit großzügigsten Sozialleistungen Geld für Essen haben zu wollen“ sei.
Der Post löste in den sozialen Netzwerken starke Reaktionen aus. Viele Nutzer stimmten Müllers Beobachtungen zu, während Kritiker ihm Hetze gegenüber Ausländern und Methoden der AfD vorwarfen. Ex-FDP-Bundestagsabgeordnete Anikó Glogowski-Merten äußerte laut „Bild“-Zeitung, dass man „nicht an Profil gewinnt, wenn man über andere herzieht.“
Auf die Frage, wie Müller sicherstellen könne, dass es sich bei der Jacke um eine Original-Moncler handelt, antwortete der CDU-Politiker: „Kann man sehen, wenn man unmittelbar danebensteht.“
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