Startseite DeutschlandFlexiblere Arbeitszeiten in Deutschland 2026: Wochenhöchststunden, steuerfreie Überstunden und Tourismusbonus

Flexiblere Arbeitszeiten in Deutschland 2026: Wochenhöchststunden, steuerfreie Überstunden und Tourismusbonus

Neue nationale Tourismusstrategie ermöglicht flexiblere Arbeitszeiten, steuerfreie Überstunden und entlastet Unternehmen. Chancen für Arbeitnehmer und Tourismusbranche.

von Mike Schwarz
Neue nationale Tourismusstrategie ermöglicht flexiblere Arbeitszeiten, steuerfreie Überstunden und entlastet Unternehmen. Chancen für Arbeitnehmer und Tourismusbranche.

Millionen Beschäftigte in Deutschland könnten künftig ihre Arbeitszeit und Freizeit deutlich flexibler gestalten. Laut der neuen nationalen Tourismusstrategie, die das Bundeskabinett heute beschlossen hat, sollen wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeiten eingeführt werden, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen, berichtet 4thebike.de auf BILD. Das Papier sieht vor, dass Eltern etwa längere Arbeitsabschnitte absolvieren und anschließend freie Tage genießen können, während die bisherige Höchstarbeitszeit nach dem Arbeitszeitgesetz täglich auf 8 Stunden begrenzt ist und maximal auf 10 Stunden ausgeweitet werden darf, sofern über sechs Monate ein Durchschnitt von 8 Stunden pro Werktag eingehalten wird.

Für Branchen wie Tourismus und Gastronomie, in denen Saison-, Wochenend- und Nachtarbeit üblich sind, bedeutet das eine erhebliche Entlastung. Die geplanten Änderungen des Arbeitszeitgesetzes sollen jedoch alle Wirtschaftssektoren betreffen. Christoph Ploß (40, CDU), Koordinator der Bundesregierung für Tourismus, kündigte in BILD an, dass der Beschluss zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll. „Davon werden nicht nur mittelständische Unternehmen profitieren, sondern auch Millionen Arbeitnehmer in Deutschland“, erklärte Ploß. Außerdem sieht das Strategie-Papier steuerliche Anreize für Mehrarbeit vor: Überstundenzuschläge sollen steuerfrei sein, und einmalig gezahlte Prämien für die Ausweitung der Arbeitszeit bei Teilzeit sollen steuerlich begünstigt werden.

Die neue Tourismusstrategie verfolgt auch wirtschaftliche Ziele. So sollen die Beiträge der Veranstalter in den Reisesicherungsfonds gesenkt werden, der Urlauber bei Anbieter-Insolvenzen absichert und aktuell gut gefüllt ist. Geringere Kosten könnten zu niedrigeren Reisepreisen führen. Zudem sollen Praxis-Checks überflüssige Vorgaben und Berichtspflichten in Betrieben aufspüren, die insbesondere kleine Unternehmen stark belasten.

Christoph Ploß betonte weiter: „Mit der nationalen Tourismusstrategie sorgen wir dafür, dass in Autobahnen, Schienen, Radwege sowie Häfen investiert wird und der Luftfahrtstandort Deutschland wieder wettbewerbsfähiger wird. Überflüssige Dokumentationspflichten und Belastungen für die Unternehmen sollen wegfallen. Dadurch wird die Tourismuswirtschaft in Deutschland wachsen. Für uns ist wichtig, dass für die hart arbeitenden Menschen der Urlaub nicht unerschwinglich wird.“

Sören Hartmann (62), Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, begrüßte in BILD den klaren wirtschaftspolitischen Fokus der Strategie: „Das ist ein wichtiges Signal für die Branche in aktuell nicht immer einfachem Fahrwasser.“

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