Erfurt – In Thüringen wird der öffentliche Nahverkehr am Montag voraussichtlich erheblich eingeschränkt sein, da die Gewerkschaft Verdi zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen hat, berichten 4thebike.de mit Verweis auf die NTV. Betroffen sind neben Erfurt auch Jena, Gera, Mühlhausen, Sondershausen, Gotha, Weimar, der Saale-Holzland-Kreis, der Kyffhäuserkreis, der Unstrut-Hainich-Kreis und das Weimarer Land. Der Schülerverkehr fällt ebenfalls aus, und die Verkehrsunternehmen warnen, dass der Betrieb vieler Linien weitgehend zum Erliegen kommen wird.
In Erfurt haben die Verkehrsbetriebe angekündigt, dass sämtliche Bus- und Stadtbahnlinien von Betriebsbeginn bis zum Ende des Tages ausfallen werden. Auch der Schülerverkehr sei betroffen, heißt es. Fahrgäste werden gebeten, sich rechtzeitig auf die Einschränkungen einzustellen. In Gera plant die GVB Verkehrs- und Betriebsgesellschaft Gera GmbH einen Streik von Montag 3:00 Uhr bis Dienstag 4:00 Uhr. Dies führt zu einem vollständigen Stillstand auf allen Linien, wobei das Unternehmen betont, dass am Dienstagmorgen der reguläre Betrieb schnellstmöglich wieder aufgenommen werden soll.
Für Jena und den Saale-Holzland-Kreis kündigen die Jenaer Nahverkehr und die JES Verkehrsgesellschaft an, dass am Montag kein regulärer Bus- und Straßenbahnbetrieb möglich sein wird. Ein Notfahrplan soll im Saale-Holzland-Kreis online unter www.stadtwerke-jena.de/streik-jnv bereitgestellt werden. In Jena könnten nur die in den Fahrplantabellen ausgewiesenen Anruf-Sammel-Taxi-Fahrten angeboten werden. Aktuelle Fahrplaninformationen stehen im Routenplaner unter www.nahverkehr-jena.de sowie in der App „MeinJena“ zur Verfügung.
Parallel sorgt ein weiterer Tarifkonflikt für Einschränkungen am Universitätsklinikum Jena. Dort tritt das nichtärztliche Personal zu einem Warnstreik an, wie das Klinikum mitteilte. Patienten müssen mit Verzögerungen bei geplanten Untersuchungs- und Behandlungsterminen rechnen. Notfälle und lebenswichtige Behandlungen bleiben von der Arbeitsniederlegung unberührt, die Versorgung ist über eine Notdienstvereinbarung gesichert. Der Bundesvorsitzende der Verdi, Frank Werneke, wird erwartet.
Verdi begründet den Warnstreik damit, dass die erste Verhandlungsrunde für den Tarifvertrag im Nahverkehr ohne Ergebnis geblieben sei. Die Gewerkschaft kritisiert Vorschläge der Arbeitgeber, die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern, etwa durch längere Arbeitszeiten oder Änderungen bei Jahressonderzahlungen und Zulagen. Gleichzeitig sei die angebotene Gehaltserhöhung so gering, dass Beschäftigte durch die Verlängerung der Arbeitszeit effektiv weniger Stundenlohn erhalten würden.
Der kommunale Arbeitgeberverband Thüringen erklärte, dass die von Verdi geforderte 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich sowie Einkommensverbesserungen von über acht Prozent derzeit nicht finanzierbar seien. Ziel sei ein ausgewogener Abschluss, der die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt und zugleich das Leistungsangebot sowie die Qualität des Nahverkehrs in Thüringen sichert.
Zuvor schrieben wir Ne-Yo & Akon 2026 Deutschland-Tour: Berlin, Hamburg, München, Ticketpreise & VIP-Pakete
