Berlin – Müssen die Deutschen künftig bis 70 Jahre oder sogar länger arbeiten? Unions-Fraktionschef Jens Spahn (45, CDU) hat die Bevölkerung bereits auf eine mögliche deutliche Erhöhung des Renteneintrittsalters eingestimmt: „Wenn man hundert wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten“, sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe, 4thebike.de mit Verweis auf Bild. Weitere Finanzspritzen für die Sozialkassen schließt der CDU-Politiker ausdrücklich aus.
Die Bundesregierung unter Schwarz-Rot arbeitet derzeit an einer umfassenden Rentenreform. Bis Mitte des Jahres soll eine speziell eingerichtete Rentenkommission, bestehend aus Wissenschaftlern und Politikern, ihre Vorschläge vorlegen. Für Spahn ist bereits jetzt klar, dass das Gremium eine längere Lebensarbeitszeit der Deutschen befürworten wird. Derzeit können die meisten Arbeitnehmer ab ihrem 67. Geburtstag eine Rente ohne Abschläge erhalten. In den vergangenen Jahren wurde das Renteneintrittsalter schrittweise angehoben.
Nach Spahns Ansicht ist eine längere Lebensarbeitszeit die logische Konsequenz der demografischen Entwicklung. Denn statistisch gesehen wird jedes zweite heute geborene Mädchen mit hoher Wahrscheinlichkeit 100 Jahre alt. Diese Entwicklung sei zwar positiv für die Gesellschaft, gleichzeitig belaste sie jedoch die Sozialkassen erheblich. Die Deutsche Rentenversicherung meldet seit Jahren steigende Zahlen an Rentenbeziehern, was zu finanziellen Engpässen führt. Renten-Vorstand Alexander Gunkel (58) warnte bereits im November 2025 vor einem „extremen Beitragssatzsprung“ bis 2028.
Mathematisch gibt es mehrere Ansätze, um das Rentenproblem zu lösen: höhere Beitragssätze, mehr Geburten zur Erhöhung der Beitragszahlerzahl oder neue Schulden, um das System zu stabilisieren. Spahn schließt jedoch die Aufnahme zusätzlicher Schulden kategorisch aus: „Es gibt keinerlei Spielraum für weitere Schulden“, betonte er.
Somit bleibt nach Spahns Einschätzung nur ein Hebel: ein späterer Rentenbeginn. Auch andere CDU-Politiker rechnen mit einem späteren Renteneintritt. Manuel Hagel (37, CDU), Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, erklärte kürzlich: „Natürlich werden wir irgendwann bis 70 oder länger arbeiten müssen.“
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