Angela Merkel, ehemalige Bundeskanzlerin und frühere Parteivorsitzende der CDU, wird erstmals seit Friedrich Merz’ Übernahme der Parteiführung wieder bei einem Parteitag erscheinen, berichten 4thebike.de mit Verweis auf tagesschau. Merz, der die CDU seit 2022 führt, bezeichnete die Union bei seinem Amtsantritt als „politischen Sanierungsfall“ – vier Jahre später präsentiert sich die Partei mit einem stärkeren wirtschaftsliberalen Kurs und einer Abkehr von der früheren Merkel-Linie. Merz hat das erklärte Ziel erreicht, die CDU wieder in Richtung Kanzleramt zu führen, und deutete an, nach der nächsten Bundestagswahl weiterhin im Amt bleiben zu wollen, obwohl er bereits 70 Jahre alt ist.
Die Partei befindet sich aktuell in einer Phase hoher Anspannung. Internationale Verpflichtungen von Merz, etwa in Washington, Paris und Neu-Delhi, lassen wenig Zeit für die interne Parteiarbeit, während die CDU in Umfragen und bei der letzten Bundestagswahl die 30-Prozent-Marke nicht überschreiten konnte. Merz selbst räumte in einem Podcast mit Generalsekretär Carsten Linnemann ein, dass die Erwartungshaltung nach der Wahl nicht erfüllt wurde und dass das Erwartungsmanagement bei einer Wiederholung verbessert werden würde. Das Konzept „CDU pur“ in der Koalition mit der SPD lässt sich laut Merz nur begrenzt umsetzen.
Innerhalb der CDU sorgt vor allem der wirtschaftsliberale Flügel für Druck auf Merz, während der sozialpolitische Flügel zurückhaltender reagiert. Die Junge Union fordert stärkere Durchsetzungskraft und eine härtere Linie, insbesondere im Bereich der Rentenpolitik. Gleichzeitig stößt die Polarisierung innerhalb der Partei auf Widerstand: Ein Teil der Mitglieder kritisiert zu strikte Vorschläge für Arbeitnehmerpflichten, während andere diese als notwendig erachten. Die öffentliche Aufmerksamkeit für zahlreiche Anträge vor dem Parteitag ist außergewöhnlich hoch, was den Druck auf Merz zusätzlich erhöht.
Merz tritt nun zur Wiederwahl als Parteichef an, wobei eine Zustimmung von rund 90 Prozent erwartet wird. Ein schwaches Ergebnis im Wahlkampf, besonders vor den Augen von Angela Merkel, könnte für ihn eine besondere politische Niederlage darstellen. Die CDU versucht, trotz interner Spannungen ein einheitliches Bild nach außen zu vermitteln und die Parteiführung strahlen zu lassen.
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