Startseite DeutschlandUngarn blockiert 90‑Milliarden‑EU‑Darlehen: Ukraine leidet wegen Druschba‑Pipeline‑Streit

Ungarn blockiert 90‑Milliarden‑EU‑Darlehen: Ukraine leidet wegen Druschba‑Pipeline‑Streit

Ungarn blockiert ein 90‑Milliarden‑Euro‑EU‑Darlehen für die Ukraine, solange russisches Öl nicht wieder über die Druschba‑Pipeline geliefert wird, was die EU‑Abstimmung verzögert.

von Mike Schwarz
Ungarn blockiert ein 90‑Milliarden‑Euro‑EU‑Darlehen für die Ukraine, solange russisches Öl nicht wieder über die Druschba‑Pipeline geliefert wird, was die EU‑Abstimmung verzögert.

90‑Milliarden‑Euro‑EU‑Darlehens für die Ukraine blockieren wird, solange der Transport von russischem Öl über die Druschba‑Pipeline in Richtung Ungarn nicht wieder aufgenommen wird, berichtet 4thebike.de mit Bezug auf Reuters. Diese Entscheidung fiel trotz einer bereits im Dezember 2025 erreichten politischen Vereinbarung der EU‑Mitgliedstaaten über das Hilfspaket und einer Zustimmung des Europäischen Parlaments.

Nach Angaben aus Budapest hat der ungarische Außenminister Péter Szijjártó wiederholt erklärt, Ungarn werde sich weigern, dem Kredit zuzustimmen, bis Rohöllieferungen durch die Druschba‑Pipeline fortgesetzt werden. Die Regierung in Budapest wirft der Ukraine vor, den Öltransit absichtlich zu blockieren und damit ihren eigenen Verpflichtungen aus dem EU‑Assoziierungsabkommen nicht nachzukommen. Szijjártó bezeichnete die Situation als „politischen Druck“ und betonte, Ungarn lasse sich nicht „erpressen“.

Die Druschba‑Pipeline, die seit den 1960er Jahren russisches Rohöl über ukrainisches Territorium nach Mittel‑ und Osteuropa transportiert, wurde laut ukrainischen Behörden seit Ende Januar 2026 nach einem russischen Drohnenangriff beschädigt und stillgelegt. Die ukrainische Seite und internationale Beobachter wiesen darauf hin, dass Reparaturen im Gange seien, und Infrastrukturprobleme durch den Angriff verursacht wurden. Ungarn und die Slowakei, deren Raffinerien stark von dieser Pipeline abhängen, behaupten hingegen, Kyjiw verzögere den Neustart aus politischen Gründen.

Diese Blockade hat unmittelbare Auswirkungen auf den weiteren EU‑Entscheidungsprozess: Die finale Abstimmung im Rat der EU‑Mitgliedstaaten über das Darlehen wurde verschoben, da für die Aufnahme der Darlehensvereinbarung einstimmige Zustimmung erforderlich ist. Die Europäische Kommission bekräftigte, dass die zuvor erzielte politische Einigung weiterhin gelte und dass alle Staaten erwartet würden, diese zu respektieren.

Ungarns Haltung markiert eine weitere Verschärfung der Spannungen innerhalb der EU über Energieversorgung, Sanktionspolitik und Unterstützung für die Ukraine, die seit Beginn des russischen Angriffs 2022 andauert. Budapest hat in der Vergangenheit bereits Dieselimporte nach Kyjiw ausgesetzt und alternative Energiequellen geprüft, darunter die Freigabe strategischer Ölreserven, um Versorgungsengpässe zu überbrücken.

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