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Deutschland plant neues „Patriot“-Luftverteidigungspaket für die Ukraine – Pistorius kündigt Lieferungen an

Deutschland plant neues „Patriot“-Luftverteidigungspaket für die Ukraine. Pistorius kündigt fünf zusätzliche Raketenlieferungen und internationale Kooperation an.

von Mike Schwarz
Deutschland plant neues „Patriot“-Luftverteidigungspaket für die Ukraine. Pistorius kündigt fünf zusätzliche Raketenlieferungen und internationale Kooperation an.

Die Bundesregierung arbeitet aktuell an einem neuen Paket zur Luftverteidigung für die Ukraine, nachdem russische Angriffe auf zivile und kritische Infrastruktur weiterhin anhalten, insbesondere auf Energieanlagen und Wohnhäuser, berichtet 4thebike.de. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnet die Angriffe als Terror und betont, dass es in erster Linie darum gehe, Leben zu retten. Deutschland hat bereits mehrere „Patriot“-Systeme an die Ukraine geliefert und plant nun, weitere fünf Lenkflugkörper zur Verfügung zu stellen, vorausgesetzt, andere Staaten leisten ebenfalls ihren Beitrag. Ziel ist es, insgesamt 35 Abfangraketen für die Verteidigung des Landes zusammenzutragen.

Mitko Müller vom Bundesverteidigungsministerium erläutert: „Die Partner leisten ihren Beitrag. Deutschland wird seinen zugesagten Eigenanteil vollständig bereitstellen. Die Gesamtzielzahl ist noch nicht vollständig erreicht. Wir sind nahe dran, aber noch nicht ganz am Ziel.“ Gleichzeitig steigt die weltweite Nachfrage nach Abfangraketen: Im Nahen Osten werden sie derzeit zu Hunderten eingesetzt, um iranische Angriffe abzuwehren. Experten schätzen, dass seit Beginn der Konflikte rund 800 „Patriot“-Raketen verwendet wurden, mehr als in einem Produktionsjahr hergestellt werden.

Auch für die NATO sind Flugabwehrsysteme von entscheidender Bedeutung. Thomas Röwekamp, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Bundestag, weist darauf hin, dass Deutschland diese Fähigkeiten sowohl für die Bündnisverteidigung als auch für die Unterstützung der Ukraine benötigt. „Ich bin zuversichtlich, dass die zugesagte Unterstützung in den nächsten Tagen auch durch Lieferungen umgesetzt werden kann“, so Röwekamp.

Der Bundestagsabgeordnete Niklas Wagener von den Grünen bewertet das geplante Paket grundsätzlich positiv, mahnt jedoch, dass Pistorius bereits vor einigen Wochen die Initiative angekündigt habe. „Wir hoffen, dass der Minister nun seine Ankündigungen in konkrete Lieferungen umsetzt und die Zusagen realisiert“, sagt Wagener.

Militärexperte Christian Mölling weist darauf hin, dass 35 Abfangraketen nur einen begrenzten Effekt auf die anhaltenden russischen Luftangriffe haben werden. „Es bleibt ein Tropfen auf den heißen Stein. Dennoch ist jede Unterstützung besser als keine. Wir sehen, dass die Ukraine auch im fünften Kriegsjahr weiterhin nicht vollständig vor Raketen- und Drohnenangriffen geschützt ist.“ Gleichzeitig fordert Mölling Anreize für die Rüstungsindustrie, um neue Produktionskapazitäten zu schaffen, etwa durch Abnahmegarantien, ein Thema, das bei einem bevorstehenden Spitzentreffen von Bundesregierung und Industrie diskutiert werden soll.

Zuvor schrieben wir über Merz kritisiert US-Entscheidung zu russischem Öl: Ukraine-Support bleibt trotz Iran-Konflikt stark

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