Startseite DeutschlandVonovia 2025: Milliardengewinn, Dividende steigt – Aktienkurs unter Druck

Vonovia 2025: Milliardengewinn, Dividende steigt – Aktienkurs unter Druck

Vonovia meldet 2025 Milliardengewinn, steigende Dividende und Schuldenabbau bis 2028. CEO Mucic setzt auf Wachstum, Immobilienverkäufe und strategische Ziele.

von Mike Schwarz
Vonovia meldet 2025 Milliardengewinn, steigende Dividende und Schuldenabbau bis 2028. CEO Mucic setzt auf Wachstum, Immobilienverkäufe und strategische Ziele.

Der deutsche Wohnimmobilienriese Vonovia konnte im vergangenen Jahr seine finanziellen Ziele erreichen. Das Unternehmen meldete einen leichten Anstieg des operativen Gewinns, unter dem Strich stand erneut ein Milliardengewinn, wobei insbesondere höhere Mieteinnahmen, zusätzliche Dienstleistungen und Immobilienverkäufe zum Zuwachs beigetragen haben, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf die finanzen.net.

An der Börse steht die Aktie jedoch unter Druck, zeitweise fiel sie um 10,21 Prozent auf 22,08 Euro und rangiert damit am Ende des DAX-Leitindex. Neue Konzernstrategie von CEO Luka Mucic sieht ein beschleunigtes Wachstum und einen konsequenten Schuldenabbau vor. Dazu plant Vonovia, Vermögenswerte im Volumen von rund fünf Milliarden Euro zu verkaufen. Etwa zwei Milliarden Euro sollen durch den Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Immobilien, darunter kommerzielle und Pflegeimmobilien, erzielt werden, rund eine halbe Milliarde Euro durch die Veräußerung nicht-strategischer Beteiligungen. Auch Verkäufe aus dem Kerngeschäft könnten einen weiteren Beitrag leisten. Ziel ist es, den Verschuldungsgrad (LTV) bis Ende 2028 auf rund 40 Prozent zu senken; 2025 lag dieser bei 45,4 Prozent.

Im Privatisierungsgeschäft plant Vonovia, künftig mehr Wohnungen zu verkaufen. Mucic kündigte an, 3.000 bis 3.500 Einheiten sollen realistisch sein. Im Jahr 2025 verkaufte das Unternehmen bereits rund 2.300 Wohnungen an Mieter oder Dritte, während derzeit mehr als 4.200 Einheiten gebaut werden. Langfristig sieht Vonovia Potenzial für bis zu 65.000 neue Wohnungen auf eigenen Grundstücken.

Finanzchef Philip Grosse betonte, dass die Entwicklung der Immobilienwerte positiv auf die Verschuldung wirkt. Nach zwei schwierigen Jahren zeigen die Bewertungen 2025 erstmals wieder eine Aufwärtsbewegung: Auf vergleichbarer Basis stiegen die Immobilienwerte im Jahresvergleich um 1,8 Prozent, vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Während der Immobilienkrise musste Vonovia den Wert seines Portfolios wiederholt abwerten, was in den Vorjahren zu Milliardenverlusten führte.

Die hohe Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsgebieten begünstigt weiterhin das Geschäft des Konzerns. Die durchschnittliche monatliche Miete stieg 2025 auf 8,38 Euro pro Quadratmeter, ein Anstieg von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Deutsche Mieterbund kritisierte Vonovia wegen „radikaler Mietsteigerungen“. Laut Hans-Jochem Witzke, Vorsitzender des Mieterbundes Nordrhein-Westfalen, liegen Angebote ohne Mietpreisbremse deutlich über dem Mietspiegel, zudem versuche Vonovia, mit angeblichen Wohnwertmerkmalen Mieten weit über das zulässige Maß hinaus zu erhöhen. Der Verband fordert daher eine flächendeckende Ausweitung des Mieterschutzes.

Ende 2025 besaß Vonovia rund 531.000 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich. Der Verkehrswert des Immobilienbestands stieg um drei Prozent auf 84,4 Milliarden Euro. Der Konzern beschäftigte zu diesem Zeitpunkt 12.700 Mitarbeiter, ein Plus von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im operativen Geschäft stieg der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 6,0 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, unterstützt durch Dienstleistungen rund um die Immobilien.

Der bereinigte Gewinn, der den Aktionären zufließt, stieg auf 1,54 Milliarden Euro nach 1,46 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Dividende soll um 2,5 Prozent auf 1,25 Euro je Aktie erhöht werden. Zukünftig plant Vonovia, 50 bis 60 Prozent des bereinigten Vorsteuergewinns an die Aktionäre auszuschütten.

Analysten reagierten verhalten optimistisch auf den Geschäftsbericht. Neil Green von JPMorgan wies jedoch auf globale Risiken für die Branche hin, darunter inflationäre Effekte. Der sich verschärfende Krieg im Nahen Osten habe die Energiepreise weltweit steigen lassen, Brent-Rohöl verteuerte sich am Donnerstag um zehn Prozent. Die Hoffnung auf Zinssenkungen der Notenbanken sei dadurch gedämpft. Die steigenden Kapitalmarktzinsen belasten die Immobilienbranche, da Refinanzierungen und kreditfinanzierte Zukäufe teurer werden und Verkäufe aus Portfolios für Käufer kostspieliger werden. Unterdessen verloren LEG Immobilien, TAG Immobilien und Deutsche Wohnen im Marktumfeld deutlich an Wert.

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