Startseite GesundheitBerühmter ungarischer Regisseur Béla Tarr stirbt im Alter von 70 Jahren

Berühmter ungarischer Regisseur Béla Tarr stirbt im Alter von 70 Jahren

Der ungarische Filmemacher Béla Tarr, bekannt für „Sátántangó“, ist im Alter von 70 Jahren verstorben. Sein Werk prägt das europäische Kino nachhaltig.

von Mike Schwarz
Der ungarische Filmemacher Béla Tarr, bekannt für „Sátántangó“, ist im Alter von 70 Jahren verstorben. Sein Werk prägt das europäische Kino nachhaltig.

Der ungarische Filmemacher Béla Tarr, bekannt für seinen 1994 erschienenen Film „Sátántangó“, ist am Dienstag im Alter von 70 Jahren verstorben, berichtet 4thebike.de. „Sátántangó“ gilt als episches Werk, das sieben Stunden umfasst und den Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa thematisiert. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman des Nobelpreisträgers und Schriftstellers László Krasznahorkai, mit dem Tarr über viele Jahre eng zusammenarbeitete.

Béla Tarr wurde am 21. Juli 1955 in Pécs, Ungarn, geboren und begann seine Karriere als Filmemacher in den 1970er-Jahren. Sein einzigartiger Stil, gekennzeichnet durch lange Plansequenzen, minimalistische Dialoge und eine düstere Bildsprache, machte ihn zu einem bedeutenden Vertreter des europäischen Arthouse-Kinos. Mit Werken wie „Wer die Nachtigall stört“ („Werckmeister Harmonies“, 2000) und „Der Mann aus London“ („The Man from London“, 2007) prägte er die Filmästhetik ganzer Generationen von Regisseuren weltweit.

Tarr arbeitete häufig mit László Krasznahorkai zusammen, dessen Romane die Grundlage für viele seiner Filme bildeten. Ihre Kooperation zeichnete sich durch eine intensive künstlerische Symbiose aus, die sowohl visuell als auch erzählerisch das europäische Kino nachhaltig beeinflusste. Kritiker lobten Tarrs Fähigkeit, die existenziellen Themen der menschlichen Gesellschaft mit langsamer, meditativer Erzählweise darzustellen, wodurch seine Filme oftmals als philosophische Untersuchungen menschlicher Konditionen verstanden wurden.

Der Regisseur erhielt im Laufe seiner Karriere zahlreiche Auszeichnungen auf internationalen Filmfestivals, darunter den Preis für Beste Regie in Cannes für „Werckmeister Harmonies“. Trotz seiner begrenzten kommerziellen Präsenz erreichte Tarr große Anerkennung in der Filmwelt und beeinflusste zahlreiche Nachwuchsregisseure, die seine Methodik und visuelle Sprache in eigenen Projekten adaptierten.

Sein Tod markiert das Ende einer Ära des ungarischen Kinos, in der avantgardistische Filmgestaltung und tiefgründige narrative Strukturen im Mittelpunkt standen. Béla Tarr hinterlässt ein umfassendes Werk, das weiterhin Studierende, Cineasten und Kritiker weltweit inspiriert.

Zuvor schrieben wir über Schauspieler Walter Schultheiß stirbt mit 101 Jahren – Legende der schwäbischen Bühne.

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