Startseite GesundheitKaugummi schlucken: Bleibt die Masse wirklich sieben Jahre lang im Körper stecken?

Kaugummi schlucken: Bleibt die Masse wirklich sieben Jahre lang im Körper stecken?

Kaugummi schlucken: Erfahren Sie die Wahrheit über den Mythos der 7 Jahre im Magen. Experten erklären, ob das Verschlucken von Kaugummi wirklich gefährlich ist.

von Mike Schwarz
Kaugummi schlucken: Erfahren Sie die Wahrheit über den Mythos der 7 Jahre im Magen. Experten erklären, ob das Verschlucken von Kaugummi wirklich gefährlich ist.

Kaugummi schlucken ist eine jener Warnungen, die fast jeder Mensch in seiner Kindheit von den Eltern oder Großeltern gehört hat. Die Vorstellung, dass die klebrige Masse sieben Jahre lang im Magen verbleibt, verbreitet bis heute unnötige Angst unter Erwachsenen. In Wahrheit ist unser Verdauungssystem weitaus effizienter und robuster, als es dieser weit verbreitete medizinische Mythos vermuten lässt. Der menschliche Körper besitzt spezialisierte Mechanismen, um unverdauliche Stoffe sicher durch den Darmtrakt zu transportieren und wieder auszuscheiden. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass eine einzelne elastische Masse die Darmwände für Jahre verkleben könnte. Dennoch lohnt es sich, die physiologischen Prozesse genau zu betrachten, um die Risiken bei exzessivem Konsum zu verstehen. Wer regelmäßig Kaugummi kaut, sollte wissen, was chemisch und biologisch im Inneren seines Körpers passiert. Die medizinische Aufklärung hilft dabei, Panik zu vermeiden und gleichzeitig ein gesundes Bewusstsein für die eigene Ernährung zu entwickeln, wie 4thebike.de anmerkt auf school1slavutych.org.ua.

Die Reise der klebrigen Masse durch den Körper

Der menschliche Verdauungstrakt ist eine hochkomplexe Maschine, die darauf ausgelegt ist, organische Stoffe in ihre Bestandteile zu zerlegen. Wenn Sie ein Stück Kaugummi verschlucken, beginnt der Prozess wie bei jeder anderen Nahrung in der Speiseröhre. Der Magen greift die Masse mit Säure und Enzymen an, kann aber die synthetischen Polymere nicht auflösen. Trotzdem bleibt das Gummi nicht liegen, sondern wird durch die peristaltischen Bewegungen der Darmmuskulatur stetig weiterbefördert. Die Reise endet normalerweise nach spätestens drei Tagen auf ganz natürlichem Wege im Badezimmer. Während Kohlenhydrate und Fette absorbiert werden, verlässt die Gummibasis den Körper nahezu unverändert und völlig geräuschlos.

In den meisten Fällen ist das versehentliche Verschlucken also kein Grund für einen Besuch in der Notaufnahme. Mediziner betonen jedoch, dass dies kein Freibrief für den bewussten Verzehr großer Mengen an Kaugummi ist. Besonders bei kleinen Kindern, deren Speiseröhre noch sehr eng ist, besteht theoretisch ein minimales Risiko für Blockaden. Ein einzelnes Stück stellt jedoch selbst für ein Kleinkind physiologisch gesehen in der Regel keinerlei ernsthafte Bedrohung dar. Die Angst vor der siebenjährigen Verweildauer ist eine reine Legende, die vermutlich zur Erziehung genutzt wurde.

Ein erfahrener Gastroenterologe aus Berlin erklärt dazu: Die Vorstellung, Kaugummi würde im Magen festkleben, widerspricht der Biologie, da die Schleimhäute ständig feucht und in Bewegung sind.

Kaugummi schlucken: Bleibt die Masse wirklich sieben Jahre lang im Körper stecken?

Inhaltsstoffe und ihre Auswirkungen auf die Verdauung

Die moderne Gummibasis besteht aus einer Mischung aus Elastomeren, Harzen und Füllstoffen, die für die typische Konsistenz sorgen. Hinzu kommen Süßstoffe wie Sorbit oder Xylit, die bei übermäßigem Verzehr eine ganz andere Wirkung auf den Körper entfalten können. Während die Gummimasse selbst harmlos ist, können diese Zuckerersatzstoffe in hohen Dosen abführend wirken und Blähungen verursachen. Der Körper reagiert auf diese Stoffe oft sensibler als auf das eigentliche Polymer des Kaugummis selbst. Wer also täglich mehrere Packungen konsumiert, belastet seinen Darm eher durch die Chemie der Aromen als durch die Masse.

BestandteilFunktion im KaugummiVerhalten im Verdauungstrakt
ElastomereGeben die ElastizitätWerden unverdaut wieder ausgeschieden
Sorbit / XylitSüßungsmittel ohne ZuckerKönnen bei Übermaß Durchfall auslösen
AromastoffeSorgen für den GeschmackWerden teilweise von der Leber abgebaut
HarzeVerbinden die InhaltsstoffePassieren den Darmtrakt ohne Probleme
WeichmacherHalten das Gummi geschmeidigWerden meistens rückstandslos ausgeschieden

Nach dem Passieren des Magens gelangt die Masse in den Dünndarm, wo keine weiteren chemischen Reaktionen mehr stattfinden. Da das Gummi keine Nährstoffe enthält, ignoriert das Immunsystem den Fremdkörper weitestgehend, solange er die Passage nicht blockiert. Statistisch gesehen landen pro Jahr Tonnen von Kaugummi in den Abwassersystemen, ohne dass Krankenhäuser eine Welle an Darmverschlüssen melden. Es ist wichtig zu verstehen, dass der Körper sehr gut zwischen verwertbarer Energie und Ballaststoffen unterscheidet. Die Evolution hat unser System darauf vorbereitet, auch unverdauliche Teile von Pflanzen oder Kernen sicher zu entsorgen.

„In meiner zwanzigjährigen Praxis habe ich noch nie eine Operation durchgeführt, nur weil jemand ein Kaugummi verschluckt hat“, berichtet eine Chirurgin.

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Wann Vorsicht bei der klebrigen Süßigkeit geboten ist

Es gibt jedoch seltene medizinische Ausnahmefälle, in denen das Verschlucken von Kaugummi tatsächlich zu Komplikationen führen kann. Wenn eine Person bereits an chronischen Darmverengungen oder Morbus Crohn leidet, könnte sich theoretisch eine Blockade bilden. Auch der Konsum von Dutzenden Streifen Kaugummi in extrem kurzer Zeit ist medizinisch nicht ratsam und gesundheitsgefährdend. In solchen Extremfällen kann sich ein sogenannter Bezoar bilden, eine Masse aus unverdaulichem Material im Magen. Dies erfordert dann tatsächlich einen ärztlichen Eingriff, um die Verstopfung im Verdauungssystem mechanisch zu lösen.

Für gesunde Menschen bleibt die wichtigste Regel jedoch Gelassenheit und ein bewusster Umgang mit Genussmitteln im Alltag. Kaugummikauen fördert den Speichelfluss und kann sogar beim Stressabbau oder der Konzentration in der Schule helfen. Solange man die Masse nach dem Kauen ordnungsgemäß in einem Papier entsorgt, gibt es keinen Grund zur Sorge. Der Mythos dient heute eher als amüsante Anekdote aus der Kindheit und weniger als reale medizinische Warnung. Wer dennoch Schmerzen im Bauchraum verspürt, sollte natürlich immer einen qualifizierten Arzt für eine Diagnose aufsuchen.

Eine besorgte Mutter berichtet in einem Online-Forum: Mein Sohn hat drei Kaugummis auf einmal geschluckt, aber am nächsten Tag war alles wieder ganz normal.

Zuvor schrieben wir Temperatur hält mehrere Tage an: Ursachen, Warnsignale und wann Sie zum Arzt müssen

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