Berlin. Die Zahl der Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytialvirus (RSV) in Deutschland nimmt aktuell deutlich zu, besonders betroffen sind Kleinkinder und ältere Menschen, bei denen schwere Verläufe möglich sind, berichtet 4thebike.de.
Laut den jüngsten Auswertungen des ARE-Berichts aus der dritten Kalenderwoche 2026 zeigt sich eine klare Verschärfung der Lage innerhalb weniger Wochen. Besonders auffällig ist der kontinuierliche Anstieg der RSV-Fälle bei Kindern zwischen null und vier Jahren. Fachleute sehen darin ein klassisches Frühwarnsignal, dass sich das Virus in den kommenden Wochen auch in anderen Altersgruppen stärker verbreiten könnte. Eine Berliner Kinderärztin erklärt, dass die Infektionen bei Kleinkindern oft zeitversetzt auch ältere Menschen treffen.
RSV befällt sowohl die oberen als auch die unteren Atemwege. Betroffene leiden unter entzündeten Schleimhäuten, erhöhter Schleimproduktion und einer Verengung der Atemwege, was zu erheblichen Atemproblemen führen kann. Typische Symptome sind anhaltender, bellender Husten, pfeifende Atemgeräusche, Kurzatmigkeit, Fieber und allgemeine Schwäche. Notfallmediziner warnen insbesondere davor, dass sich der Zustand von Säuglingen innerhalb weniger Stunden drastisch verschlechtern kann.
Die Risikogruppen umfassen Säuglinge mit unreifem Immunsystem, Kleinkinder mit engen Atemwegen, ältere Menschen mit geschwächter Abwehr sowie chronisch Kranke. Die vergangenen RSV-Saisons verdeutlichen die Schwere: In der Saison 2024/2025 wurden bundesweit zehntausende Infektionen registriert, viele Betroffene mussten stationär behandelt werden, hunderte Todesfälle traten überwiegend bei Menschen über 60 Jahren auf.
RSV wird primär durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen oder engem Kontakt übertragen. Zudem kann das Virus auf Oberflächen längere Zeit infektiös bleiben – auf Händen bis zu 20 Minuten, auf Papierhandtüchern noch länger. Epidemiologen beobachten seit Jahren, dass die RSV-Welle meist im Januar oder Februar ihren Höhepunkt erreicht, häufig nach der Grippewelle, wenn die Abwehrkräfte vieler Menschen bereits geschwächt sind. Virologen betonen, dass diese Überschneidung die Situation besonders kritisch macht.
Aktuell dominieren in Deutschland weiterhin Influenza-Viren, insbesondere Influenza A, mit rund 60 Prozent der nachgewiesenen Erreger. RSV spielt zwar noch eine kleinere Rolle, zeigt jedoch einen klaren Aufwärtstrend. Andere Erreger wie SARS-CoV-2 sind nach wie vor präsent, bewegen sich jedoch auf niedrigem Niveau.
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