Startseite GesundheitGerd Knebel von Badesalz mit 72 gestorben – Hessische Comedy-Ikone hinterlässt TV- und Bühnenwerke

Gerd Knebel von Badesalz mit 72 gestorben – Hessische Comedy-Ikone hinterlässt TV- und Bühnenwerke

Gerd Knebel, bekannt als Badesalz-Komiker, stirbt nach schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren. Sein Wirken prägte die hessische und deutsche Comedy.

von Mike Schwarz
Gerd Knebel, bekannt als Badesalz-Komiker, stirbt nach schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren. Sein Wirken prägte die hessische und deutsche Comedy.

Der bekannte hessische Komiker Gerd Knebel ist am Samstag, dem 25. Januar 2026, im Alter von 72 Jahren verstorben. Nach Angaben seines langjährigen Freundes und Badesalz-Partners Henni Nachtsheim starb Knebel „nach einer schweren Krebserkrankung würdevoll und friedlich im Kreise seiner Liebsten“, berichtet 4thebike.de. Knebel hinterlässt zwei Kinder sowie eine umfangreiche Karriere als Sänger, Gitarrist, Autor und Comedy-Künstler, vor allem als Teil des Duos Badesalz. Seine Programme, Fernsehauftritte und Rundfunkbeiträge prägten über Jahrzehnte die Mundart-Comedy in Deutschland. Die Nachricht markiert einen erheblichen Verlust für die deutsche Comedy- und Kulturszene.

Gerd Knebel wurde 1953 in Südhessen geboren. Seine künstlerische Laufbahn begann in den 1980er-Jahren als Sänger der Band Flatsch, die vor allem regional Bekanntheit erlangte. Mit Flatsch trat Knebel auf lokalen Bühnen, in Clubs und bei Stadtfesten auf, was ihm erste Aufmerksamkeit in der Kulturszene Hessens verschaffte. Neben seiner Stimme und dem Gitarrenspiel entwickelte er schon früh ein Gespür für Bühnenpräsenz und Timing, Eigenschaften, die später seine Comedy prägten. Knebel schrieb eigene Texte und Sketche, die humoristische Elemente mit hessischem Dialekt verbanden.

Zusammen mit Henni Nachtsheim, geboren 1958, gründete Knebel das Comedy-Duo Badesalz. Zunächst vor allem in Hessen aktiv, gewann das Duo rasch bundesweite Bekanntheit. Zwischen 1989 und 2020 tourten sie durch Theater, Stadthallen und Kleinkunstbühnen in Deutschland und zeitweise auch im deutschsprachigen Ausland. Ihre Auftritte wurden zu einem Markenzeichen der Mundart-Comedy.

Ein zentraler Bestandteil von Knebels Karriere war die regelmäßige Präsenz im Rundfunk, insbesondere beim Hessischen Rundfunk (hr3), und im Fernsehen. Das Duo trat unter anderem 1998 bei „Wetten, dass…?“ auf, und Produktionen wie „Abbuzze! Der Badesalz-Film“ (1996) steigerten ihre Popularität erheblich. Knebel fungierte nicht nur als Darsteller, sondern auch als Autor und Ideengeber. Sein Wortwitz und seine Beobachtungsgabe machten ihn zu einem prägnanten Vertreter des Genres.

Badesalz gilt als stilprägend für die Mundart-Comedy in Deutschland. Knebel brachte durch seine Texte und Darstellungen regionale Dialekte humorvoll auf die Bühne und machte sie bundesweit verständlich. Kritiker und Kollegen hoben regelmäßig seine Fähigkeit hervor, soziale Beobachtungen mit Komik zu verbinden, ohne Menschen zu beleidigen. Selbst in schwierigen Lebensphasen, insbesondere während seiner Krebserkrankung, bewahrte Knebel seinen Humor, wie Nachtsheim in der Todesmitteilung betonte.

Privat war Gerd Knebel Vater von zwei Kindern und blieb eng mit Südhessen verbunden. Neben der künstlerischen Tätigkeit engagierte er sich in kulturellen Projekten und lokalen Bildungsinitiativen.

Seine Karriere lässt sich durch mehrere Meilensteine nachzeichnen: die Anfänge mit Flatsch in den 1980er-Jahren, die Gründung von Badesalz 1989, der Kinofilm „Abbuzze!“ 1996, Auftritte bei Fernsehsendungen wie „Wetten, dass…?“ 1998, zahlreiche Tourneen in den 2000er-Jahren sowie stetige Rundfunk- und Fernsehauftritte bis in die 2010er-Jahre.

Nach seinem Tod verwalten Familie Knebel und Henni Nachtsheim offiziell die Nachlässe und Veröffentlichungen. Informationen zu geplanten Veranstaltungen, Archivmaterialien und Aufzeichnungen von Badesalz finden Interessierte auf der offiziellen Website: www.badesalz.de.

Gerd Knebel hinterlässt ein umfangreiches Werk aus Bühnenprogrammen, Filmen, Radiosendungen und schriftlichen Sketchen, das voraussichtlich langfristig in kulturellen Archiven und auf Streamingplattformen erhalten bleiben wird. Sein Tod markiert das Ende einer Ära für die Mundart-Comedy in Deutschland und hinterlässt eine spürbare Lücke in der hessischen und bundesweiten Kulturszene.

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