Eine Impfung gegen Gürtelrose könnte nicht nur vor einer Infektion schützen, sondern auch den Alterungsprozess auf zellulärer Ebene verlangsamen, berichtet 4thebike.de mit Bezug auf die APOTHEKE ADHOC. Forschende der USC Leonard Davis School of Gerontology in Los Angeles haben in einer bevölkerungsbasierten US-Kohorte untersucht, wie sich eine Gürtelrose-Impfung auf das biologische Altern älterer Menschen auswirkt.
Für die Analyse nutzten sie Daten der Health and Retirement Study, einer Langzeitstudie mit national repräsentativer Stichprobe älterer Erwachsener, und werteten 3884 Personen ab 70 Jahren aus, für die Impfstatus, Blutproben und umfassende Gesundheitsinformationen verfügbar waren.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten sieben Bereiche des Alterns: chronische Entzündungen, angeborene und adaptive Immunität, kardiovaskuläre Gesundheit, Neurodegeneration, epigenetisches Altern sowie transkriptomische Alterung. Die Ergebnisse zeigten, dass Geimpfte im Durchschnitt günstigere Werte in allen Bereichen aufwiesen. Insbesondere die Zellalterung verlief langsamer, Entzündungen traten seltener auf, und die Immunabwehr war leistungsfähiger. Auch nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, sozioökonomischen Faktoren und Vorerkrankungen bestätigte ein zusammengesetzter Index die Unterschiede.
Jung Ki Kim, außerordentliche Forschungsprofessorin für Gerontologie und Erstautorin der Studie, erklärt: „Indem die Impfung hilft, diese Hintergrundentzündungen zu reduzieren – möglicherweise durch die Verhinderung einer Reaktivierung des Gürtelrose-Virus –, könnte sie zu einem gesünderen Altern beitragen.“
Die stärksten Effekte wurden in den ersten drei Jahren nach der Impfung beobachtet, wobei auch danach noch messbare Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften vorhanden waren. Personen, die vier oder mehr Jahre vor der Blutentnahme geimpft wurden, zeigten weiterhin eine verlangsamt biologische Alterung auf zellulärer und genetischer Ebene.
Da es sich um eine beobachtende Studie handelt, lassen sich keine direkten kausalen Schlussfolgerungen ziehen. Die Forschenden empfehlen weitere Untersuchungen, um die biologischen Mechanismen zu klären und die Ergebnisse in anderen Populationen zu überprüfen.
Die Studie mit dem Titel „Association between shingles vaccination and slower biological aging: Evidence from a U.S. population-based cohort study“ wurde im Januar 2026 in The Journals of Gerontology Series A: Biological Sciences and Medical Sciences veröffentlicht und durch das National Institute on Aging unterstützt.
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