Startseite GesundheitStatine: Große Lancet-Analyse findet kaum Belege für viele angegebene Nebenwirkungen

Statine: Große Lancet-Analyse findet kaum Belege für viele angegebene Nebenwirkungen

Lancet-Studie aus Oxford zeigt: Viele in Beipackzetteln genannte Statin-Nebenwirkungen wie Gedächtnisverlust oder Depressionen sind nicht belegt.

von Mike Schwarz
Lancet-Studie aus Oxford zeigt: Viele in Beipackzetteln genannte Statin-Nebenwirkungen wie Gedächtnisverlust oder Depressionen sind nicht belegt.

Statine, die weltweit zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden, verursachen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht den Großteil der Nebenwirkungen, die in Beipackzetteln aufgeführt sind, darunter Gedächtnisverlust, Depressionen, Schlafstörungen sowie erektile und andere sexuelle Funktionsstörungen, berichtet 4thebike.de unter Berufung auf The Lancet.

Zu diesem Ergebnis kommt eine umfangreiche Metaanalyse randomisierter klinischer Studien, die in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde (2026; DOI: 10.1016/S0140-6736(25)01578-8). Die Autoren analysierten Daten aus zahlreichen kontrollierten Studien und stellten fest, dass für die meisten der in Packungsbeilagen genannten Beschwerden kein kausaler Zusammenhang mit der Einnahme von Statinen nachgewiesen werden konnte. Insbesondere Symptome wie kognitive Beeinträchtigungen, depressive Verstimmungen oder Schlafprobleme traten in den untersuchten Studien nicht häufiger auf als in den Kontrollgruppen ohne Statintherapie.

Auch bei sexuellen Funktionsstörungen, einschließlich erektiler Dysfunktion, fanden die Forscher keine konsistenten Hinweise darauf, dass diese durch Statine verursacht werden. Die Analyse legt nahe, dass viele dieser Beschwerden entweder andere Ursachen haben oder im Rahmen des sogenannten Nocebo-Effekts auftreten könnten, bei dem negative Erwartungen gegenüber einem Medikament das Auftreten von Symptomen begünstigen.

Erstautorin Christina Reith von Oxford Population Health betonte in einer Pressemitteilung die Bedeutung der Ergebnisse für die öffentliche Wahrnehmung der Medikamente. Statine seien seit mehr als drei Jahrzehnten im Einsatz und hätten weltweit Hunderten Millionen Menschen geholfen, ihr Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zu senken. Die Studienlage zeige, dass ihr Nutzen gut belegt sei, während viele befürchtete Nebenwirkungen wissenschaftlich nicht bestätigt würden.

Die Autoren der Metaanalyse kommen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse dazu beitragen könnten, unbegründete Sorgen von Patienten zu reduzieren und die Therapietreue zu verbessern, insbesondere bei Menschen mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko.

Zuvor schrieben wir Wie man Fieber ohne Medikamente senken kann: die besten Tipps für eine sanfte Genesung zuhause

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