Startseite GesundheitLabour verliert Manchester: Grüne triumphieren gegen Starmer, Reform-Partei stark im Aufwind

Labour verliert Manchester: Grüne triumphieren gegen Starmer, Reform-Partei stark im Aufwind

Die Labour-Partei verliert in Manchester gegen die Grünen, Starmer auf historischem Tief. Reform-Partei stark, Tories schwach – Analyse der Wahl 2026.

von Mike Schwarz
Die Labour-Partei verliert in Manchester gegen die Grünen, Starmer auf historischem Tief. Reform-Partei stark, Tories schwach – Analyse der Wahl 2026.

In einer überraschenden Nachwahl in Manchester hat die britische Labour-Partei einen historischen Rückschlag erlitten: Die Grünen gewannen den Parlamentssitz im Wahlkreis Gorton and Denton, während Labour nur den dritten Platz belegte, hinter der rechtspopulistischen Reform-Partei, berichtet 4thebike.de. Die frisch gewählte Abgeordnete Hannah Spencer, 34 Jahre alt und beruflich Klempnerin, kündigte bereits an, dass sie ihre bisherigen Kundentermine verschieben müsse, da sie nun ins Parlament einziehe.

Die Wahl war stark geprägt von den Sorgen der Bevölkerung über steigende Lebenshaltungskosten. Spencer betonte, dass es früher möglich gewesen sei, mit harter Arbeit ein Haus zu kaufen und Urlaub zu machen, diese Zeiten aber vorbei seien. Zusätzlich setzte sie auf die Unterstützung muslimischer Wähler, die etwa ein Drittel der Bevölkerung in Gorton and Denton ausmachen, und profitierte dabei von der pro-palästinensischen Haltung ihrer Partei. Mit ihrem Sieg verfügt die Partei der Grünen nun über fünf Sitze im britischen Parlament. Parteichef Zack Polanski erklärte, dass die Wählerinnen und Wähler die Grünen als echte Alternative zur schwächelnden Labour-Partei und zur Reform-Partei wahrnehmen. Spencer erhielt rund 15.000 Stimmen, die Reform-Partei kam auf etwa 10.000 Stimmen, und Labour-Kandidatin Angeliki Stogia erreichte nur etwas mehr als 9.300 Stimmen.

Politische Beobachter sprechen von einem Desaster für Premierminister Keir Starmer, der derzeit mit historisch niedrigen Zustimmungswerten kämpft. Rücktrittsforderungen gegen Starmer nehmen zu, unter anderem wegen der Kontroversen rund um die Ernennung des britischen Politikers Peter Mandelson zum US-Botschafter, obwohl Mandelson 2008 weiterhin Kontakt zu dem verurteilten US-Straftäter Jeffrey Epstein hatte. Zwei enge Berater Starmers traten bereits wegen der Affäre zurück.

Innerhalb der Labour-Partei wächst die Kritik an fehlendem Kurs. Abgeordneter Karl Turner aus Hull kritisierte in der BBC, dass Labour weder die Reform-Partei rechts überholen noch die Grünen links herausfordern könne, solange die Partei ihre traditionellen Werte nicht wieder fokussiere. Zudem wurde Premierminister Starmer vorgeworfen, den beliebten Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, an einer Kandidatur für Gorton and Denton gehindert zu haben, was als Versuch gewertet wird, einen möglichen Rivalen um die Parteiführung auszuschalten.

Die bevorstehenden Lokal- und Regionalwahlen im Mai gelten als weiterer Stimmungstest für Labour. Viele Analysten sehen in der Niederlage in Manchester einen möglichen Beginn des Endes für Starmer als Parteichef. Auch die konservativen Tories mussten herbe Verluste hinnehmen: Ihre Kandidatin erreichte lediglich 700 Stimmen, was Beobachter als Zeichen für den Zerfall des traditionellen Zwei-Parteien-Systems in Großbritannien werten.

Zuvor schrieben wir über Orbán blockiert 90-Milliarden-Euro-Ukraine-Hilfspaket: EU-Veto wegen Streit um Druschba-Pipeline und Öltransit

Das könnte dir auch gefallen