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Handy nass geworden: 7 Notfalltipps zur Rettung des Smartphones

Handy nass geworden? Sofort ausschalten! Erfahren Sie die 7 Notfalltipps zur Rettung Ihres Smartphones, warum Reis schadet und wann Sie zum Techniker müssen.

von Mike Schwarz
Handy nass geworden? Sofort ausschalten! Erfahren Sie die 7 Notfalltipps zur Rettung Ihres Smartphones, warum Reis schadet und wann Sie zum Techniker müssen.

Ist das Handy nass geworden, beginnt für viele Besitzer ein Wettlauf gegen die Zeit und die Korrosion. Ein Sturz in die Toilette, ein verschütteter Kaffee oder ein Regenschauer können das geliebte Smartphone schnell in einen teuren Briefbeschwerer verwandeln. Die erste Reaktion entscheidet oft darüber, ob das Gerät gerettet werden kann oder ob ein Neukauf ansteht. Entscheidend ist dabei, sofort und richtig zu handeln. Falsche Maßnahmen, wie das Einschalten oder Schütteln, können den Schaden irreversibel machen. Moderne Smartphones verfügen zwar oft über eine gewisse Wasserbeständigkeit. Aber selbst diese Schutzmechanismen versagen bei Salzwasser oder längerer Exposition. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Sofortmaßnahmen und klären über die gängigen Mythen auf. Dies ist entscheidend, um die empfindliche Elektronik zu schützen. Diese Notfallanleitung wurde in Zusammenarbeit mit Technikexperten erstellt, wie die Redaktion von 4thebike.de berichtet.

Die erste minute: sofortmaßnahmen bei wasserschaden

Die erste Minute nach dem Wasserschaden ist kritisch für die Rettung Ihres Smartphones. Ihre Reaktion muss schnell und entschlossen sein, um Kurzschlüsse im Inneren des Geräts zu vermeiden.

Diese Schritte müssen Sie sofort unternehmen:

  1. Sofort ausschalten: trennen Sie das Gerät unverzüglich von jeder Stromquelle. Drücken Sie den Ausschaltknopf. Versuchen Sie nicht, den Status des Gerätes zu überprüfen.
  2. Akku entfernen (wenn möglich): bei älteren Modellen oder solchen mit austauschbarem Akku, entfernen Sie diesen sofort. Dies unterbricht die Stromzufuhr und verhindert einen Kurzschluss der Platine.
  3. Nicht laden: schließen Sie das nasse Telefon keinesfalls an ein Ladekabel an.
  4. Hülle entfernen: nehmen Sie alle Schutzhüllen, Cover und Folien ab. Diese können Wasser einschließen und das Trocknen behindern.
  5. SIM- und Speicherkarten entnehmen: entfernen Sie die SIM-Karte und die SD-Speicherkarte aus den Schlitzen.
  6. Wasser ausschütteln (vorsichtig): schütteln Sie das Telefon vorsichtig, um überschüssiges Wasser aus Anschlüssen und Öffnungen zu entfernen. Schütteln Sie nicht zu stark, da sich das Wasser sonst im Inneren verteilt.

Jede Sekunde zählt. Je länger das Wasser im Inneren bleibt, desto größer ist die Gefahr der Korrosion der empfindlichen Mikroelektronik.

Die großen mythen: was sie unbedingt vermeiden müssen

Viele gut gemeinte Ratschläge zur Rettung nasser Handys sind in Wirklichkeit schädlich und können das Gerät endgültig zerstören. Es ist wichtig, diese verbreiteten Mythen zu kennen und zu ignorieren.

Vermeiden Sie diese Fehler unbedingt:

  • Nicht einschalten: der Versuch, das Gerät zu starten, ist die häufigste Ursache für einen Kurzschluss. Die Feuchtigkeit leitet den Strom dorthin, wo er nicht hingehört.
  • Kein Fön oder Backofen: hohe Temperaturen beschädigen die empfindlichen Komponenten, das Display und den Akku. Hitze beschleunigt zudem die Korrosion.
  • Legen Sie es nicht in Reis: entgegen dem weit verbreiteten Mythos ist Reis kein effektives Trocknungsmittel. Stärker noch, Reiskörner oder deren Staub können in die Anschlüsse gelangen und den Schaden vergrößern.
  • Vermeiden Sie starkes Schütteln: dadurch wird das Wasser nur weiter in die Innenteile gedrückt. Dies kann Chips unter dem Display erreichen.

Die Vermeidung dieser Mythen erhöht die Überlebenschancen Ihres nass gewordenen Handys erheblich. Setzen Sie stattdessen auf sanfte, kontrollierte Trocknungsmethoden.

Der richtige trocknungsprozess: alternative zum reis

Da Reis oft mehr schadet als nützt, empfehlen Technikexperten alternative, effektivere Trocknungsmethoden für das nasse Smartphone. Das Ziel ist, dem Gerät langsam und sicher Feuchtigkeit zu entziehen.

Experten empfehlen die Verwendung von Silicagel. Das sind die kleinen Trockenmittelpäckchen, die Sie oft in neuen Schuhen oder Elektronikverpackungen finden. Silicagel hat eine viel höhere Absorptionsfähigkeit als Reis.

So funktioniert die Trocknung mit Silicagel:

  • Vorbereitung: besorgen Sie eine ausreichende Menge Silicagel-Päckchen (ca. 50 bis 100 Gramm).
  • Behälter: legen Sie das vorsichtig abgetupfte Handy zusammen mit dem Silicagel in einen luftdichten Behälter.
  • Dauer: lassen Sie das Gerät mindestens 48 bis 72 Stunden im Silicagel liegen. Widerstehen Sie dem Drang, es vorher einzuschalten.
  • Position: das Telefon sollte so platziert werden, dass die offenen Anschlüsse nach unten zeigen. Dies erleichtert das Ablaufen.

Sollten Sie kein Silicagel zur Hand haben, legen Sie das Handy auf eine ebene Fläche an einem trockenen, gut belüfteten Ort. Verwenden Sie einen kleinen Ventilator, um die Luftzirkulation zu erhöhen.

Wann muss der techniker ran: professionelle hilfe

Trotz aller Bemühungen zu Hause, ist bei ernsten Wasserschäden die professionelle Hilfe oft unumgänglich. Dies gilt insbesondere, wenn das Telefon in Salzwasser oder zuckerhaltige Flüssigkeiten gefallen ist.

Salzwasser und zuckerhaltige Getränke (wie Cola) sind besonders aggressiv. Sie hinterlassen mineralische Ablagerungen und beschleunigen die Korrosion der Leiterbahnen auf der Platine.

Suchen Sie einen Fachmann oder eine autorisierte Reparaturwerkstatt auf, wenn:

  • Flüssigkeit war aggressiv: bei Salzwasser oder zuckerhaltigen Getränken muss das Gerät sofort chemisch gereinigt werden (Isopropanolbad).
  • Kein Erfolg nach 72 Stunden: das Handy zeigt nach drei Tagen Trocknung keinerlei Lebenszeichen.
  • Garantie: der Hersteller bietet eine spezielle Reparatur für Wasserschäden an (oft teuer, aber die einzige Option).
  • Wichtige Daten: Sie müssen unbedingt die auf dem internen Speicher gespeicherten Daten retten.

Werkstätten verfügen über Ultraschallreiniger und spezielle Chemikalien. Diese können Korrosion entfernen, bevor sie die Platine dauerhaft beschädigt. Das Öffnen des Telefons zu Hause ohne die richtigen Werkzeuge wird nicht empfohlen.

Kosten und garantie: was sie wissen sollten

Viele moderne Handys besitzen eine IP-Zertifizierung (z.B. IP67 oder IP68) für Wasserbeständigkeit. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Zertifizierung keinen absoluten Schutz bietet und die Garantie oft nicht abdeckt.

Zwei wichtige Fakten zu Garantie und Wasserschaden:

  • Wasserschaden-Indikatoren (LCI): alle Hersteller verwenden kleine Indikatoren (Aufkleber) im Inneren des Telefons. Diese verfärben sich bei Kontakt mit Flüssigkeit rot.
  • Garantieausschluss: die Herstellergarantie deckt in fast allen Fällen keinen Flüssigkeitsschaden ab. Die IP-Zertifizierung bedeutet nur, dass das Telefon eine bestimmte Zeit unter definierten Laborbedingungen überleben sollte.

Da die Garantie bei Wasserschaden meist erlischt, müssen Sie die Reparaturkosten selbst tragen.

Durchschnittliche Reparaturkosten (ungefähre Angaben):

Art des SchadensVoraussichtliche Kosten in EURHinweis
Platinenreinigung (ohne Ersatzteile)50 – 150Nur bei schnellem Handeln und einfacher Feuchtigkeit.
Akkutausch (nach Kurzschluss)70 – 120Wenn der Akku durch den Kurzschluss beschädigt wurde.
Ersatz des Displays150 – 400Falls Feuchtigkeit zwischen die Display-Schichten gelangt ist.
Komplette Platinenreparatur300 – 600+Oft wirtschaftlich unsinnig, besserer Neukauf.

Der beste Tipp ist, den Schaden von vornherein zu vermeiden. Nutzen Sie wasserdichte Hüllen in Risikosituationen wie am Strand oder im Badezimmer.

Zuvor schrieben wir Günstig Taxi fahren in der Stoßzeit: so umgehen sie die preisfallen.

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