Ofcom hat das Unternehmen AVS Group Ltd, Betreiber von 18 pornografischen Websites, mit einer Geldstrafe von einer Million Pfund belegt, weil es keine wirksamen Altersprüfungen implementiert hat, die Kinder vor dem Zugriff auf explizite Inhalte schützen, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf die ВВС. Zusätzlich wurde eine Strafe von 50.000 Pfund verhängt, weil AVS nicht auf Informationsanfragen reagierte. Das Unternehmen muss nun innerhalb von 72 Stunden wirksame Altersverifikationen einführen, andernfalls droht eine zusätzliche tägliche Strafe von 1.000 Pfund.
Der Online Safety Act schreibt vor, dass Webseiten mit pornografischen Inhalten sogenannte „hochwirksame Altersnachweise“ einführen müssen, um den Zugang von Minderjährigen zu verhindern. Ofcom erklärte, dass AVS Group Ltd diese Anforderungen bisher nicht erfüllt habe. Neben der Strafe gegen AVS überprüft Ofcom auch eine „große Social-Media-Plattform“ auf die Einhaltung der Vorschriften. Das Unternehmen wurde nicht namentlich genannt, es könnten jedoch formale Maßnahmen folgen, falls keine ausreichenden Verbesserungen erfolgen.
Oliver Griffiths, Direktor der Abteilung für Online-Sicherheit bei Ofcom, erklärte, dass die Strafe ein Hinweis darauf sei, dass sich die Situation im Bereich der Online-Sicherheit allmählich verbessere. Er wies darauf hin, dass viele Websites und Apps mittlerweile Maßnahmen zum Schutz von Kindern eingeführt hätten, betonte jedoch, dass noch deutlich mehr von Technologieunternehmen erwartet werde und Ofcom seine vollen Befugnisse einsetzen werde, falls diese Anforderungen nicht erfüllt werden.
Bereits zuvor hat Ofcom Unternehmen für die Nichtimplementierung geeigneter Altersverifikationen bestraft, darunter Anwendungen, die Deepfake-Inhalte erzeugen. Das Online-Forum 4Chan hat bisher jedoch eine im Sommer verhängte Strafe von 20.000 Pfund nicht beglichen. Der Online Safety Act wird schrittweise umgesetzt und soll verhindern, dass Online-Plattformen unreguliert und unverantwortlich handeln, wie Ofcom es zuvor beschrieben hat.
Seit Juli gelten strengere Alterskontrollen für pornografische Websites, wobei Kritiker darauf hinweisen, dass diese Maßnahmen leicht durch die Nutzung eines virtuellen privaten Netzwerks (VPN) umgangen werden könnten. Im Oktober berichtete Pornhubs Muttergesellschaft BBC News, dass die Besucherzahlen aus dem Vereinigten Königreich seit Einführung der Altersprüfungen um 77 Prozent zurückgegangen seien.
Baroness Beeban Kidron, Gründerin der 5Rights Foundation, erklärte im „Today“-Programm, dass die Strafen für Technologieunternehmen „praktisch nichts“ bedeuteten. Sie betonte, dass nur die konsequente Anwendung des Gesetzes Unternehmen dazu bringe, die vom Parlament geforderten Maßnahmen umzusetzen.
In diesem Jahr wurden zudem strengere Richtlinien eingeführt, um das Internet für Frauen und Mädchen sicherer zu machen. Ofcom kündigte an, Plattformen, die diese Vorgaben nicht einhalten, öffentlich zu benennen. Kritiker fordern, dass der Online Safety Act verschärft werden müsse, um die Sicherheit im Internet insbesondere für Frauen und Mädchen deutlich zu erhöhen.
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