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Berlin eröffnet 2026 innovative Taubenhotels zur ethischen Bestandskontrolle in der Stadt

Berlin startet 2026 Taubenhotels zur populationsehtischen Regulierung. Eier werden ausgetauscht, Bürger informieren, Bußgelder beachten.

von Mike Schwarz
Berlin startet 2026 Taubenhotels zur populationsehtischen Regulierung. Eier werden ausgetauscht, Bürger informieren, Bußgelder beachten.

In Berlin wurde im Januar 2026 ein groß angelegtes Programm zur ethischen Regulierung der Stadttaubenpopulation gestartet. Die Stadtverwaltung hat in Zusammenarbeit mit lokalen Tierschutzvereinen und den Bezirksämtern insgesamt zwölf neue „Taubenhotels“ in zentralen Stadtbereichen wie Alexanderplatz und Bahnhof Zoo eröffnet, um die Population auf humane Weise zu steuern, berichtet 4thebike.de auf die offizielle stadttaubenprojekt-berlin. Ehrenamtliche Helfer ersetzen dabei regelmäßig die echten Taubeneier durch Attrappen aus Gips oder Kunststoff. Das Projekt wird mit einem Jahresbudget von 450.000 Euro aus dem Landeshaushalt finanziert und betrifft rund 10.000 Vögel in den Pilotbezirken. Ziel ist es, Verschmutzungen historischer Gebäude zu reduzieren und gleichzeitig die Gesundheit der Tiere durch tierärztliche Betreuung zu verbessern.

Das Konzept basiert auf dem sogenannten „Augsburger Modell“, das in Berlin erstmals in dieser Form umgesetzt wird. Anders als bisher, als vor allem Vergrämungsmaßnahmen wie Netze, Spikes oder Fütterungsverbote eingesetzt wurden, erhalten die Tauben nun artgerechte Nistplätze und kontrolliertes Körnerfutter in den Hotels. Dadurch verbringen sie bis zu 80 % ihrer Zeit in den Schutzanlagen, während die Verschmutzung auf die Hotelbereiche konzentriert wird und fachgerecht entsorgt werden kann. Diese Vorgehensweise entlastet die Stadtreinigung Berlin (BSR) und schützt historische Fassaden vor chemischer Zersetzung durch aggressiven Taubenkot.

Ein zentraler Bestandteil des Programms ist der Eieraustausch zur Geburtenkontrolle. Da Stadttauben mehrfach jährlich Eier legen, entfernen geschulte Ehrenamtliche einmal wöchentlich die echten Gelege und ersetzen sie durch Kunststoff- oder Gipsattrappen. Dadurch wird der Brutzyklus stabilisiert, ohne dass die Vögel unter körperlicher Auszehrung leiden. Das Institut für Biologie der Freien Universität Berlin begleitet das Projekt wissenschaftlich und erwartet eine Verringerung der Neu-Population in den Pilotgebieten um bis zu 25 % im ersten Jahr.

Die Standorte wurden nach einer Analyse der Taubendichte durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) ausgewählt. Aktive Taubenhotels (Stand Januar 2026) befinden sich in Mitte (Alexanderplatz, Leopoldplatz), Charlottenburg (Bahnhof Zoologischer Garten), Friedrichshain (mobiler Taubenwagen am Frankfurter Tor) und Tempelhof (Dachgeschoss Rathaus Schöneberg). Die operative Betreuung erfolgt durch Vereine wie „Stadttaubenprojekt Berlin e.V.“, die nach den Richtlinien des Tierschutzgesetzes (§ 11 TierSchG) arbeiten und verletzte Tiere in Krankenstationen versorgen.

Trotz der Einrichtung der Hotels bleibt das Fütterungsverbot im öffentlichen Raum bestehen. Wer Tauben auf Straßen oder in Parks füttert, riskiert ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro. Auf privaten Balkonen dürfen Nester nicht eigenmächtig entfernt werden; Anwohner sollen sich an die Bezirksämter wenden, um Unterstützung beim Eieraustausch zu erhalten. Kranke oder verletzte Tauben können über die zentrale Hotline der Senatsverwaltung gemeldet werden (berlin.de/umwelt).

Neben der Populationskontrolle trägt das Projekt zur Gesundheitsprävention bei. Die Tiere werden regelmäßig auf Parasiten und Krankheitserreger wie Salmonellen oder Chlamydien untersucht, wodurch das Risiko einer Übertragung auf Menschen minimiert wird. Wissenschaftler der Humboldt-Universität beobachten zudem die genetische Vielfalt der Taubenbestände, um eine stabile und gesunde Population zu erhalten.

Bürger können das Projekt durch gezielte Maßnahmen unterstützen: Mülltonnen geschlossen halten, Essensreste vermeiden, potenzielle Nistplätze auf Balkonen unattraktiv machen und bei Ansiedlung zertifizierte Tierschutzvereine kontaktieren. Ehrenamtliche Helfer sind für den wöchentlichen Eieraustausch und die Reinigung der Hotels willkommen.

Das Projekt demonstriert Berlin als Vorreiter moderner Stadtverwaltung, die urbane Sauberkeit und ethische Tierhaltung miteinander verbindet. Für die internationale Gemeinschaft in Berlin, einschließlich der rund 400.000 Ukrainer, zeigt sich die hohe Bedeutung von Tierschutz in der Gesetzgebung und eröffnet Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme am urbanen Umwelt- und Artenschutz.

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