Die Bundesregierung hat die für Freitag geplante Präsentation eines neuen Förderprogramms für Elektrofahrzeuge kurzfristig verschoben, teilte Bundesumweltminister Carsten Schneider mit. Die Vorstellung wurde auf Montag verlegt, da innerhalb der Regierung noch letzte Detailabstimmungen erfolgen mussten, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf bitbetnews.com. Das Programm sieht Kauf- und Leasinganreize für privat zugelassene Elektroautos vor, mit Zuschüssen von 1.500 bis 6.000 Euro, abhängig vom Einkommen und von Haushaltsmerkmalen. Die Förderung soll rückwirkend für Neuzulassungen seit Jahresbeginn gelten und insgesamt Mittel für rund 800.000 Fahrzeuge über die nächsten drei bis vier Jahre bereitstellen. Anträge werden voraussichtlich ab Mai möglich sein.
Die Präsentation des Programms war ursprünglich für Freitag angekündigt worden und wurde kurz zuvor abgesagt. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums soll die Verschiebung dazu dienen, letzte Punkte innerhalb der Koalition zu klären. Wesentliche Aspekte betreffen die Ausgestaltung der Förderung, Anspruchsvoraussetzungen und die technische Abwicklung, einschließlich eines zentralen Antragsportals. Vorab veröffentlichte Details, unter anderem durch die Bild, bestätigen die Kernpunkte, die endgültige Fassung soll jedoch präzisieren, welche Einkommens- und Familienkriterien gelten und wie die rückwirkende Anwendung konkret umgesetzt wird.
Die E-Auto-Prämie 2026 richtet sich ausschließlich an Privatpersonen. Firmenfahrzeuge sind ausgeschlossen, und gefördert werden nur Neuwagen. Die Förderung umfasst sowohl Kauf als auch Leasing. Berechtigt sind folgende Antriebsarten: batterieelektrische Fahrzeuge (BEV), Brennstoffzellenfahrzeuge sowie bestimmte Plug-in-Hybride (PHEV) mit strikten Emissions- und Reichweitenkriterien. Für Plug-in-Hybride gilt: Der CO₂-Ausstoß darf 50 Gramm pro Kilometer nicht überschreiten oder die elektrische Reichweite muss mindestens 80 Kilometer betragen. Fahrzeuge, die diese Anforderungen nicht erfüllen, sind von der Förderung ausgeschlossen. Die Prämie ist unabhängig vom Listenpreis, sodass auch höherpreisige Modelle gefördert werden können, sofern alle Kriterien erfüllt sind.
Die Zuschüsse werden einkommens- und haushaltsabhängig gestaffelt. Das zu versteuernde Haushaltsjahreseinkommen darf 80.000 Euro nicht überschreiten. Familien mit Kindern können höhere Förderbeträge erhalten. Nach bisherigem Stand sind die vorgesehenen Fördersätze: batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellenautos 3.000 Euro, Plug-in-Hybride 1.500 Euro, Familienzuschläge bis zu 6.000 Euro, abhängig von Einkommen und Anzahl der Kinder. Die genauen Staffelungen werden bei der offiziellen Vorstellung veröffentlicht.
Ein zentrales Element des Programms ist die rückwirkende Förderung seit dem Jahreswechsel. Fahrzeuge, die seit dem 1. Januar neu zugelassen wurden, können ebenfalls gefördert werden. Für Antragsteller bedeutet dies, dass auch bereits zugelassene Fahrzeuge berücksichtigt werden, wenn die entsprechenden Nachweise erbracht werden, darunter Zulassungsbescheinigung Teil I, Kauf- oder Leasingvertrag, Nachweis der privaten Nutzung sowie Einkommensnachweise. Die Antragstellung erfolgt über ein zentrales Online-Portal, das derzeit vorbereitet wird.
Die Auszahlung der Prämien wird mehrere Monate in Anspruch nehmen. Zunächst muss das Antragsportal technisch umgesetzt werden. Privatpersonen können ihre Anträge voraussichtlich ab Mai einreichen. Der Ablauf sieht die Freischaltung des Portals, Einreichung der Anträge, Prüfung der Fördervoraussetzungen sowie die anschließende Bewilligung und Auszahlung vor. Offizielle Informationen werden nach der Präsentation über die Websites des Bundesumweltministeriums und der Bundesregierung verfügbar sein.
Politisch wird die Prämie nach einem abrupten Stopp Ende 2023 neu aufgelegt, um die Elektroauto-Neuzulassungen wieder anzukurbeln. Union und SPD einigten sich auf milliardenschwere Kaufanreize, die insbesondere Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen entlasten sollen. Nach Angaben des Umweltministeriums reichen die Mittel für etwa 800.000 Fahrzeuge in den kommenden drei bis vier Jahren.
Marktanalysen zeigen, dass die Stimmung in der deutschen Automobilbranche zum Jahreswechsel leicht gestiegen ist. Das Münchner Ifo-Institut meldet, dass im Dezember knapp 55.000 batterieelektrische Fahrzeuge neu zugelassen wurden, was über 22 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen entspricht. Rund 80 Prozent der neu zugelassenen Elektroautos und Plug-in-Hybride stammen aus europäischer Produktion. Experten gehen davon aus, dass in diesem Jahr jeder vierte neu zugelassene Wagen ein E-Auto sein könnte, sofern die Kaufprämie zeitnah umgesetzt wird.
Steuerliche Vorteile für Elektroautos bleiben unabhängig von der Prämie bestehen. Die Kfz-Steuerbefreiung, die im Herbst 2025 verlängert wurde, reduziert weiterhin die laufenden Kosten für Halterinnen und Halter zusätzlich zur geplanten Kauf- und Leasingförderung.
Verbraucher können sich bereits vorbereiten, indem sie Zulassungsdatum, technische Fahrzeugdaten wie CO₂-Wert und elektrische Reichweite prüfen, Kauf- oder Leasingunterlagen bereithalten und Einkommensnachweise zusammenstellen. Offizielle Informationen werden nach der Präsentation veröffentlicht, statistische Vergleiche zu Neuzulassungen liefert das Kraftfahrt-Bundesamt in seinen monatlichen Berichten.
Zuvor schrieben wir E-Auto-Förderung 2026 startet rückwirkend: Bis zu 6000 Euro für Privatpersonen
