Startseite Hi-TechWim Wenders leitet Berlinale 2026: Jurypräsident über Kino, Streaming und Goldenen Bären

Wim Wenders leitet Berlinale 2026: Jurypräsident über Kino, Streaming und Goldenen Bären

Wim Wenders führt die Berlinale-Jury 2026 an und spricht über Kino als Arbeit, Streaming-Bedenken und die Bedeutung der großen Leinwand für Filmkunst.

von Mike Schwarz
Wim Wenders führt die Berlinale-Jury 2026 an und spricht über Kino als Arbeit, Streaming-Bedenken und die Bedeutung der großen Leinwand für Filmkunst.

Wenn am 12. Februar die Berlinale 2026 eröffnet wird, übernimmt der deutsche Regisseur Wim Wenders den Vorsitz der Jury, die über die Vergabe des Goldenen Bären entscheidet, berichtet 4thebike.de mit Bezug auf die spiegel. Der 80-jährige Filmemacher, bekannt für Klassiker wie Der amerikanische Freund und Der Himmel über Berlin, nimmt seit Jahrzehnten regelmäßig am Festival teil und zählt zu den prägendsten Persönlichkeiten des deutschen Kinos.

In einem aktuellen Interview mit der Deutschen Presse-Agentur erklärte Wenders, dass das Anschauen von Filmen nicht immer nur Vergnügen sei: „Es kann manchmal auch anstrengend sein, aber oft macht es Spaß und hin und wieder kann es das Schönste auf der Welt sein.“ Der Regisseur bevorzugt im Kino die zweite Reihe, um nicht von Zuschauermengen abgelenkt zu werden und das Filmbild so groß wie möglich zu erleben. Er beschreibt seine Erwartung an Filme mit der Metapher: „Ich hoffe, dass mich der Film umhaut oder mich ›schwindelig spielt‹, um im Bild von Fußballersprache zu bleiben.“

Wenders teilt die Sorgen anderer Filmschaffender wie Leonardo DiCaprio über die Zukunft des Kinos. Streamingdienste würden zunehmend Produktionen anbieten, die stärker von Algorithmen als von originellen Geschichten geprägt seien. Dies erschwere es besonders kleineren oder ungewöhnlichen Filmen, ausreichend Publikum zu erreichen: „Im Kino können viele gute Filme nicht mehr die notwendige Zeit bekommen, um ihr Publikum zu finden“, so Wenders.

Für den mehrfach Oscar-nominierten Künstler ist das Betrachten von Filmen auf Smartphones unvorstellbar. Ein Film brauche die Weite der Leinwand, um in ihm „versinken“ zu können. „Wie soll man sich auf einem Smartphone wirklich auf etwas einlassen?“, fragt Wenders.

Selbst in politisch aufgeladenen Zeiten stehe bei der Berlinale die Kunst im Vordergrund, nicht die Meinung. Wenders betont, dass gute Absichten nicht automatisch einen guten Film ergeben: „Dieser Unterschied wird leider immer weniger erkannt. Man muss bereit sein, differenziert zu sehen und zu denken.“

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