Der jüngste „Polizeiruf 110“ aus Halle mit dem Titel „Der Wanderer zieht von dannen“ verabschiedet das Ermittlerduo Henry Koitzsch und Michael Lehmann mit einem Fall, der weniger auf klassische Krimispannung als auf psychologischen Horror setzt, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf SWR3. Die Episode erzählt von einem rätselhaften Todesfall, der sich schrittweise als mögliches Glied in einer Serie von Verbrechen erweist und die Ermittler in ein Szenario führt, das auf subtiler Bedrohung und existenziellen Ängsten basiert.
Im Mittelpunkt steht der Tod der über 80-jährigen Frau Krüger, die mit einem Radio in ihrer Badewanne aufgefunden wird. Zunächst deutet alles auf einen tragischen Unfall hin. Weder sind äußere Verletzungen noch eindeutige Spuren eines Gewaltverbrechens erkennbar. Doch die halleschen Kommissare Henry Koitzsch, dargestellt von Peter Kurth, und Michael Lehmann, gespielt von Peter Schneider, zweifeln an der offensichtlichen Erklärung. Ihr Verdacht verdichtet sich, als Koitzsch eine Trockenblume auf dem Fensterbrett der Verstorbenen entdeckt. Ein identisches Detail war bereits in einem früheren, ungeklärten Mordfall aufgetaucht, was auf einen möglichen Zusammenhang und damit auf einen Serientäter hindeutet.
Die Ermittlungen führen zu der Annahme, dass sich der Täter über einen Zweitschlüssel Zugang zu den Wohnungen seiner Opfer verschafft. Über Monate hinweg soll er sich unbemerkt in deren Lebensumfeld bewegt haben, sich nachts in den Räumen aufgehalten und die Bewohner im Schlaf beobachtet haben. Hinweise auf ein klassisches Tatmotiv fehlen. Vielmehr entsteht das Bild eines Täters, dem es offenbar um Kontrolle, Nervenkitzel und die Ausübung von Macht über Leben und Tod geht.
Im Verlauf der Ermittlungen gerät der Hausmeister Trojanowitz, verkörpert von Henning Peker, ins Visier der Polizei. Er wird befragt und zeitweise als Verdächtiger behandelt. Parallel treffen Koitzsch und Lehmann auf eine frühere Bekannte: Frau Sommer, gespielt von Cordelia Wege, die im Rahmen einer Gruppentherapie in Erscheinung tritt. Auch Rita Schmidtke, dargestellt von Jule Böwe, sowie Katrin Sommer sind in die Handlung eingebunden und erweitern das Beziehungsgeflecht rund um den Fall.
„Der Wanderer zieht von dannen“ bildet den dritten und abschließenden Teil einer Halle-Trilogie mit Koitzsch und Lehmann. Die vorangegangenen Episoden waren „An der Saale hellem Strande“ (2021) sowie „Der Dicke liebt“ (2024). Während der erste Fall ein neues Ermittlerteam in Halle etablierte und sich um den Mord an einem Kellner drehte, entwickelte sich der zweite Teil zu einer außergewöhnlichen Produktion, die laut Einschätzung von SWR3-Checker Stefan Scheurer die gewohnte Bewertungsskala sprengte.
Die aktuelle Episode verlangt vom Publikum erhöhte Aufmerksamkeit. Die narrative Struktur entfaltet sich langsam; zentrale Zusammenhänge werden erst im weiteren Verlauf deutlich. Die Ermittlungen rücken Koitzsch persönlich näher an den Täter heran, während zugleich Bezüge zu seinem vorherigen Fall erkennbar werden. Damit verschränkt die Geschichte individuelle Belastungen der Figur mit der systematischen Aufklärung eines möglichen Serienverbrechens.
Der „Polizeiruf 110 – Der Wanderer zieht von dannen“ wurde am 15. Februar ausgestrahlt und markiert das vorläufige Ende der Zusammenarbeit von Koitzsch und Lehmann im Rahmen der Halle-Reihe.
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