Die BAFTA-Verleihung 2026 in London geriet in den Fokus der Öffentlichkeit, nachdem während der Übertragung unkontrollierte Ausrufe zu hören waren, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf die mixnews. Im Mittelpunkt stand John Davidson, ein 57-jähriger Brite mit Tourette-Syndrom, dessen Leben die Grundlage für den nominierten Film „I Swear“ bildet. Der Film gewann den Casting-Preis und brachte Robert Aramayo die Auszeichnung „Rising Star“. Davidson war als Ehrengast eingeladen, und seine Tics – unwillkürliche Lautäußerungen, darunter auch Kraftausdrücke – waren in den ersten 20 Minuten deutlich hörbar.
Zuschauer im Saal und Fernsehzuschauer der BBC hörten unter anderem „shut the fk up“ während der Eröffnungsrede von BAFTA-Vorsitzender Sarah Patt, „fk you“ bei der Preisverleihung für den besten Kinderfilm „Boong“ sowie einen rassistischen Ausruf bei der Bekanntgabe des Gewinners in der Kategorie Visuelle Effekte für „Avatar: Fire and Ash“. Mehrfach erklärte Moderator Cumming: „Sie haben möglicherweise die starken Ausdrücke im Hintergrund bemerkt – dies kann eine Ausprägung des Tourette-Syndroms sein, wie der Film zeigt. Vielen Dank für Ihr Verständnis und dafür, dass Sie einen respektvollen Raum für alle schaffen.“ Später ergänzte er: „Tourette ist eine Behinderung, Tics sind unwillkürlich, die Person kontrolliert ihre Sprache nicht. Entschuldigen Sie, falls sich jemand beleidigt gefühlt hat.“
In der zweiten Hälfte der Veranstaltung hörten die Ausrufe auf. Laut Variety verließ Davidson den Saal freiwillig; niemand bat ihn, zu gehen. Die BBC sendete die Zeremonie mit einer zweistündigen Verzögerung, schnitt die Tics jedoch nicht heraus, sodass sie auch im Streamingdienst BBC iPlayer verfügbar waren. Das Programm wurde später kurzzeitig entfernt, um Änderungen vorzunehmen.
Robert Aramayo widmete seine Auszeichnung „Rising Star“ ausdrücklich Davidson: „Er ist der bemerkenswerteste Mensch, den ich je getroffen habe. Er ist aufgeschlossen für Bildung und möchte, dass mehr über Tourette bekannt wird. Menschen mit diesem Syndrom benötigen Verständnis und Unterstützung, wie es der Film vermittelt.“
Der Vorfall löste umfangreiche Diskussionen in der Filmbranche und sozialen Medien aus, sowohl über die Angemessenheit, Gäste mit besonderen Bedürfnissen zu öffentlichen Veranstaltungen einzuladen, als auch über die Notwendigkeit, das Bewusstsein für das Tourette-Syndrom und seine Erscheinungsformen zu schärfen. Der Film „I Swear“, inspiriert von Davidsons Geschichte, gewann an diesem Abend zwei BAFTA-Auszeichnungen, darunter den Preis für die beste männliche Hauptrolle.
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