Startseite Hi-TechTrump verschärft Drohungen gegen Iran: Peseschkian entschuldigt sich – Golfstaaten unter Angriff

Trump verschärft Drohungen gegen Iran: Peseschkian entschuldigt sich – Golfstaaten unter Angriff

Trump droht Iran mit massiven Angriffen, Peseschkian unter innenpolitischem Druck, Golfstaaten wehren Raketen und Drohnen ab, Eskalation hält an.

von Mike Schwarz
Trump droht Iran mit massiven Angriffen, Peseschkian unter innenpolitischem Druck, Golfstaaten wehren Raketen und Drohnen ab, Eskalation hält an.

US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen gegen den Iran erneut verschärft und eine Ausweitung möglicher Angriffe angekündigt. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte er, dass bisher nicht ins Visier genommene Gebiete einer „vollständigen Zerstörung und sicheren Tod“ unterliegen könnten, und fügte hinzu, der Iran werde „in die Hölle geprügelt“, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf tagesschau. Bereits am Vortag hatte Trump die „bedingungslose Kapitulation“ der Führung in Teheran gefordert. Die US-Regierung liefert seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen vor einer Woche wechselnde Begründungen für die Angriffe: Anfangs hieß es, auch seitens Israels, es handele sich um einen präventiven Schlag, da der Iran kurz vor dem Bau einer Atombombe stehe. Konkrete Beweise für diese Behauptungen wurden bislang nicht vorgelegt. Trump betonte zudem, dass dem iranischen Volk die Möglichkeit gegeben werden solle, die autokratische Führung abzusetzen. Angaben zur Dauer der Angriffe variieren weiterhin.

Der Hintergrund für Trumps erneute Drohung ist eine Rede des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian. Dieser hatte am Morgen Bedingungen für das Ende der eigenen Angriffe auf Nachbarländer formuliert. Demnach werde Iran keine Raketen abfeuern oder angrenzende Staaten attackieren, solange von deren Territorium keine Angriffe auf den Iran ausgehen. Gleichzeitig entschuldigte sich Peseschkian für Angriffe auf Nachbarländer: „Diese Vorfälle waren das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandeure, als die Streitkräfte führungslos waren und eigenständig handeln mussten“, erklärte er. Auf der Plattform X konkretisierte Peseschkian, dass iranische Verteidigungsoperationen sich ausschließlich gegen Einrichtungen richteten, die Ursprung aggressiver Handlungen gegen die iranische Nation seien, und dass sie als legitime Ziele betrachtet würden. Dennoch wurden bisher auch zivile Flughäfen in der Region getroffen. Peseschkian gehört zum aktuellen Führungstrio Irans, das so lange im Amt bleiben soll, bis ein Nachfolger für den bei Angriffen getöteten obersten Führer Ali Chamenei bestimmt ist.

Trump bezeichnete die Entschuldigung Irans als Reaktion auf „unerbittliche Angriffe“ der USA und Israels. Der US-Präsident schrieb, dass der Iran ursprünglich die ganze Region dominieren wollte, ohne jedoch Belege oder detaillierte Argumente vorzulegen. Nun sei das Land „Verlierer der Region“ und werde es für Jahrzehnte bleiben, „bis sie sich ergeben oder, wahrscheinlicher, vollständig zusammenbrechen“.

Innenpolitisch stieß Peseschkians Rede auf Kritik. Hardliner werfen ihm vor, Schwäche gezeigt zu haben und den nationalen Stolz zu verletzen. Der Abgeordnete Dschalah Raschidi-Kutschi erklärte auf X, Peseschkians Entschuldigung habe keinerlei Autorität ausgestrahlt und sei nur schwach gewesen. Ein weiterer Parlamentarier, Mohammad Manan-Raisi, kritisierte die Entschuldigung als erniedrigend und forderte den Präsidenten auf, sich beim Volk dafür zu entschuldigen. Das Nachrichtenportal Raja News bezeichnete die Rede als Fortsetzung einer „Bettel-Diplomatie“; eine Ansprache, die eigentlich nationalen Widerstand symbolisieren sollte, sei zu einem Signal der Schwäche geworden.

Nur wenige Stunden nach Peseschkians Ansprache meldeten mehrere Golfstaaten erneute Angriffe aus dem Iran. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar berichteten von abgefangenen Raketen und Drohnen. Das Verteidigungsministerium Katars teilte mit, dass die Flugabwehr eine Rakete neutralisiert habe; zuvor waren Angriffe mit zehn iranischen Drohnen gemeldet worden. In Katar befindet sich der bedeutende US-Militärstützpunkt al-Udaid. Das emiratische Verteidigungsministerium erklärte, auf Beschuss mit Drohnen und Raketen zu reagieren. Nach eigenen Angaben haben die Emirate bisher rund 200 Raketen, 1.100 Drohnen und mehrere Marschflugkörper abgefangen. Irans Marine meldete Angriffe auf US-Stützpunkte in Abu Dhabi und Kuwait, wobei Kommunikationszentren und Radarsysteme beschädigt wurden. Saudi-Arabien meldete ebenfalls abgefangene Drohnen und Raketen. Angesichts der fortlaufenden Angriffe auf die Golfregion plant die Arabische Liga eine Dringlichkeitssitzung der Außenminister am Sonntagmittag.

Zuvor schrieben wir über AfD Niedersachsen startet Parteiausschlussverfahren gegen Europaabgeordnete Anja Arndt

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