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DAX unter 23.000: Ölpreis über 100 USD treibt Inflation und Märkte

DAX fällt unter 23.000 Punkte, Ölpreis über 100 USD treibt Inflation und Märkte weltweit in Turbulenzen, Anleger und EZB reagieren auf steigende Energiepreise.

von Mike Schwarz
DAX fällt unter 23.000 Punkte, Ölpreis über 100 USD treibt Inflation und Märkte weltweit in Turbulenzen, Anleger und EZB reagieren auf steigende Energiepreise.

Der DAX ist am Montag zeitweise unter die Marke von 23.000 Punkten gefallen, nachdem steigende Ölpreise und wachsende Sorgen um die Inflation die Anleger verunsichert haben, berichtet 4thebike.de auf Tagesschau24. Besonders der Konflikt im Iran treibt den Ölpreis auf über 100 US-Dollar pro Barrel und erhöht die Befürchtungen, dass die Energiepreise das weltweite Wirtschaftswachstum bremsen könnten.

Die Aktienmärkte reagierten empfindlich auf die rapide steigenden Energiekosten. Im frühen Handel verlor der DAX rund zwei Prozent und lag bei etwa 23.100 Punkten, wobei das Tagesminimum bei 22.927 Punkten notiert wurde. Am Freitag war der Leitindex Deutschlands mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 23.591 Punkten ins Wochenende gegangen. Analysten führen die Turbulenzen vor allem auf die drastische Verteuerung von Öl und Kraftstoffen zurück, die Inflations- und Wachstumssorgen zusätzlich verschärft.

Experten warnen, dass ein nachhaltiger Anstieg des Ölpreises über 120 Dollar pro Barrel globale Rezessionen auslösen könnte. Bruce Kasman, Chefvolkswirt bei JPMorgan, geht davon aus, dass dies das Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr um etwa 0,6 Prozentpunkte dämpfen und die Verbraucherpreise um rund einen Prozentpunkt erhöhen könnte. Maximilian Wienke von eToro weist zudem darauf hin, dass Ausfälle bei Öl- und Gaslieferungen nicht nur den Energiesektor betreffen würden, sondern auch die Produktions- und Transportkosten, wodurch Lieferketten ins Stocken geraten könnten.

Die hohen Energiepreise belasten bereits jetzt die Logistikbranche. In Deutschland steigen die Kraftstoffpreise kontinuierlich, was Spediteure und Reedereien stark trifft. Tanker- und Transportversicherungen verteuern sich, während alternative Routen gemieden werden, was zusätzliche Lieferverzögerungen zur Folge hat.

Die Geldpolitik steht vor der Herausforderung, auf diese Entwicklungen zu reagieren. Commerzbank-Experten erwarten, dass die Inflation im Euroraum bei anhaltend hohen Ölpreisen auf drei Prozent steigen könnte. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank, weist darauf hin, dass die Erwartungen an die EZB-Zinspolitik sich bereits verschoben haben: Auf Terminmärkten wird nun eine Zinserhöhung von 0,25 Prozentpunkten bis Ende des Jahres als wahrscheinlich eingepreist.

Auch die US-Börsen könnten von den globalen Verlusten betroffen sein. Futures für Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq zeigen derzeit Kursrückgänge von jeweils über einem Prozent. Der Iran-Konflikt wirkt sich somit international auf die Finanzmärkte aus und erhöht die Unsicherheit bei Investoren.

Am Frankfurter Parkett feierte unterdessen der Rüstungszulieferer Gabler, spezialisiert auf U-Boote, sein Börsendebüt. In einem insgesamt schwachen Markt legten die Aktien des Unternehmens am ersten Handelstag elf Prozent über dem Ausgabepreis von 44 Euro zu. Die Nachfrage nach Rüstungstiteln bleibt angesichts geopolitischer Spannungen hoch.

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