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Britische Mülltaucher entdecken russische Spionage-Sonarboje vor Küste

Britische Mülltaucher bergen vor der Küste eine russische Spionage-Sonarboje, möglicherweise abgeworfen von einem Tu-142M-Flugzeug.

von Mike Schwarz
Britische Mülltaucher bergen vor der Küste eine russische Spionage-Sonarboje, möglicherweise abgeworfen von einem Tu-142M-Flugzeug.

Eine britische Gruppe von Mülltauchern hat vor der Küste Großbritanniens möglicherweise eine russische Spionage-Sonarboje geborgen, berichtet 4thebike.de mit Verweis auf die ntv. Die Entdeckung machte die Tauchgruppe „Neptune’s Army of Rubbish Cleaners“, die bei einem ihrer Einsätze auf das offenbar implodierte Gerät stieß. Ein BBC-Analyst bestätigte, dass es sich bei dem Objekt höchstwahrscheinlich um eine RGB-1A-Sonarboje handelte, die üblicherweise von dem Seeaufklärungsflugzeug Tu-142M abgeworfen wird.

Zu den genauen Einsatzgebieten oder dem Zweck der Boje gibt es bisher keine offiziellen Angaben. Vermutet wird, dass sie dazu diente, Bewegungen westlicher Schiffe zu überwachen. Der Analyst erklärte zudem, dass bereits in den vergangenen Jahren mehrere Exemplare dieses Typs an Stränden in Großbritannien, Irland und Litauen gefunden wurden und die jüngste Entdeckung darauf hindeutet, dass die Boje erst kürzlich abgesetzt wurde.

Russland betreibt umfassende Überwachungsmaßnahmen in Gewässern, wozu unter anderem Unterwasserkabel mit Sensorik sowie alte Schiffswracks mit Spionagetechnik gehören. Das internationale Rechercheprojekt „Russian Secrets“ berichtete über ein Unterwasser-Sensorsystem namens „Harmonie“ in der Arktis, das westliche U-Boote orten kann. NDR-Reporter Benedikt Strunz erläuterte im Podcast „Streitkräfte & Strategien“, dass Hunderte Kilometer Kabelnetze auf dem Grund der Barentssee installiert seien, um kleinste akustische Signale aus großer Entfernung zu erfassen, darunter auch Geräusche ausländischer U-Boot-Antriebswellen.

Auch die Ostsee, häufig als „Badewanne“ der NATO bezeichnet, steht offenbar im Fokus russischer Überwachungsaktivitäten. Recherchen von WDR, NDR und der Süddeutschen Zeitung legen nahe, dass das Wrack der 1994 gesunkenen Ostsee-Fähre „Estonia“ als Trainingsgelände für Unterwasseroperationen und zur Platzierung von Spionagetechnik genutzt wird. Mehreren NATO-Staaten liegen Informationen vor, dass technische Geräte am Wrack positioniert wurden, die präzises Navigieren von Unterwasserdrohnen und Robotern ermöglichen.

Zuvor schrieben wir über Großeinsatz der Polizei in Biberach: Schulen nach Amokalarm durchsucht, keine Gefahr.

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